Muhen

Hurra, endlich ins Schulhaus: Schüler beziehen Jahrhundertprojekt mit coronabedingter Verspätung

In Muhen hatten am Montag nicht nur rund 450 Schülerinnen und Schüler ihren ersten Schultag, sie konnten auch ihr neues Schulhaus «Breite» beziehen. Und dieses ist ein Generationenprojekt: 23 Millionen Franken, zweieinhalb Jahre Bauzeit, und unzählige Sitzungsstunden der Baukommission verschlang der Bau, in dem die Schulzimmer der Unterstufe und eine Turn- und Mehrzweckhalle untergebracht sind sowie der neu erstellte Kindergarten.

Muhen (3900 Einwohner) hat sich damit ein grosses Geschenk gemacht. Die Steuerfusserhöhung um 5 Prozent zur Finanzierung des Neubaus wurde vor drei Jahren von der Gmeind problemlos bewilligt. Das zur Einweihung geplante, mehrtägige Einweihungsfest, musste virusbedingt verschoben werden. Ob sich der Aufwand gelohnt hat, wurde von den idealen, weil ehrlichsten Testpersonen beurteilt: den Müheler Schülerinnen und Schülern der ersten bis vierten Klasse. Ihrem Fazit nach hat das neue Schulhaus mit dem Projektnamen «Mamma Mmmuh!» der Aargauer Stoos Architekten den Einstandstest bestanden.

Unterricht zu Hause war anstrengend

Trotz des Einverleibens aller Corona-Abstands- und Hygieneregeln konnten sie sich schon nach der ersten Schulstunde ihre ersten Beobachtungen schildern. Dem zehnjährigen Colin, dem Sohn von Gemeindeammann Andreas Urech, gefällt etwa sein neues Klassenzimmer, in dem seine Lehrerin im Realienunterricht gerade die Amphibien durchnimmt, als er der AZ sein erstes Urteil abgibt. «Und die Garderobe ist viel schöner», meint er. «Jetzt hat sie Bänkli zum Sitzen und alle Haken sind mit unseren Namen beschriftet.» Sarah (9) hat am Montagmorgen gerade ihre erste Turnstunde in der neuen Doppelturnhalle: «Hier hat es ganz neue Geräte zum Turnen.» Sie hat sich nicht nur wegen des neuen Schulhauses auf den 11. Mai gefreut, sondern auch, weil dann der Unterricht zu Hause vorbei ist. «Mein Bruder und meine Schwester hatten auch zu Hause Aufgaben gemacht und sobald ich etwas laut war, hat mein Bruder ‹Ruhe!› gerufen.»

Ihm hätten sein Schulfreunde gefehlt, deshalb habe er sich auf die Schule gefreut, kullert es dem elfjährigen Mihreteab aus dem Mund. «Und ich hätte nicht gedacht, dass alles so gross ist.» Julia (11) gefällt, dass das Schulhaus ganz mit Holz verkleidet ist. «In den neuen Schulzimmern haben wir jetzt Dreier- und Vierertische, dass finde ich viel besser, als die Anordnung von vorher.»

Schüler haben Corona-Regeln bereits im Griff

Bereits an ihrem ersten Schultag beherrschen die Müheler Schulkinder die Corona-Regeln perfekt. Sie halten strikte zwei Meter Abstand zu ihrer Lehrerin und anderen Erwachsenen und waschen sich die Hände. Unter einander müssen Kinder weniger Abstand halten - so dürfen sie nach acht Wochen zu Hause in der neuen Turnhalle endlich wieder einmal Fangis spielen.

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