Reinach

Im Onderwerch ist’s angerichtet: Die neue Küche ist eingeweiht

Andreas Huber, Martin Heiz, Meinrad Dörig und Jugendvertreter David Zimmerli (v. l.) in der neuen Küche.

Andreas Huber, Martin Heiz, Meinrad Dörig und Jugendvertreter David Zimmerli (v. l.) in der neuen Küche.

Das Reinacher Jugend- und Freizeithaus hat jetzt eine Küche – und die Jugendlichen kochen dort gleich selber.

«Hebed wonderbari Gigs und Partys und blibed suber.» Andreas Huber, der Reinacher Generalagent der Mobiliar Versicherungen und Vorsorge, bewies am Mittwochabend, wie gut er die Jugendsprache beherrscht. Für seine Rede, die er im Party-Saal des Freizeithauses Onderwerch zur Einweihung der neuen Küche hielt, bekam er denn auch kräftigen Applaus von Jugendlichen und Gemeinderäten.

Die zehn Wynentaler Gemeinden von «Impuls Zusammenleben Aargau Süd» tragen das im Herbst 2018 eröffnete Onderwerch (gehört der Gemeinde Reinach), das den Namen wegen des AEW-Unterwerks trägt, welche das Gebäude in seinem ersten Leben war. Entsprechend ist es auch nicht nur ein Jugend- und Freizeithaus für Reinach, sondern für die ganze Region.

Eine Küche eines Versicherungs-Hubers

Mit dem Budget muss sorgsam umgegangen werden. Das Haus mit Partysaal, Spiegelraum für Tanz und einer Bar im Keller verschlingt viel Geld. Der Reinacher Ammann Martin Heiz zögerte deshalb keine Sekunde, als ihn Andreas Huber vor ein paar Monaten fragte, welches Geschenk er der Gemeinde Reinach zu seiner Pensionierung machen soll: «Wir brauchen eine Küche im Onderwerch.»

Andreas Huber, der sich mit 61 Jahren frühpensionieren lässt, ist tief mit Reinach verbunden. Sein Urgrossvater Heinrich Huber eröffnete 1897 die erste Mobiliar-Agentur im Dorf. Unter anderem dank einer Referenz eines gewissen Herrn Villiger aus Pfeffikon. Hubers Grossvater und später sein Vater führten die Generalagentur weiter, aus der Familie wurde die «Versicherungs-Huber». Mit der Pensionierung von Andreas Huber endet diese Mobiliar-Dynastie, deshalb sollte das Geschenk an Reinach auch ein nachhaltiges sein.

Dass die Mobiliar-Küche funktioniert, bewiesen am Einweihungsabend die Jugendlichen gleich selber. Unter den regelmässigen Besuchern hat sich eine Gastro-Gruppe gebildet, die an Events für die Verpflegung zuständig ist. Im Untergeschoss betreibt der harte Onderwerch-Kern der Jugendlichen auch die Kellerbar, wofür ihnen Meinrad Dörig, Leiter der Regionalen Jugendarbeit Aargau Süd, als Mentor beiseitesteht. Er hat sein Büro ebenfalls im Onderwerch. Das Jugendhaus im Reinacher Moos ist also auf gutem Weg, sich zum Wynentaler Flössi zu mausern.

Der Reinacher Ammann Martin Heiz interviewt David Zimmerli, der einen Musik-Raum im Freizeithaus Onderwerch mietet.

Der Reinacher Ammann Martin Heiz interviewt David Zimmerli, der einen Musik-Raum im Freizeithaus Onderwerch mietet.

Die Jungen organisieren sich selber

Insofern funktioniert Dörigs seit Beginn verfolgtes Konzept von Kreativität und Selbstorganisation bereits. Und die Jungen machen Veranstaltungen für alle Semester. Heute Abend etwa steigt einer ihrer Freilicht-Fondueabende am Feuer. Damit das Freizeithaus so gut wie möglich ausgelastet ist, können die Räume von jedermann für Feste gemietet werden. «Von Anfragen überlaufen werden wir noch nicht, aber die Vermietungen nehmen stetig zu», sagt Meinrad Dörig. Etwa hätten die Marktfrauen Interesse gezeigt, in der Küche Eingemachtes und weitere Märtsachen zu kochen.

Als Martin Heiz eine Führung durch die Räume veranstaltete, zeigte sich, dass auch Erwachsene gerne die Gelegenheit wahrnehmen, ihren inneren Teenager auszuleben. Im von zwei Jugendlichen permanent gemieteten DJ-Raum wurde gerne gelauscht, und an der elektronischen Dartscheibe versuchten sich die Gemeinderäte gleich selber.

Derweil suchten die Architekten Oliver Gautschy und Isabelle Brechbühl, die das Team von über 100 Freiwilligen beim Umbau betreut hatten, nach baulichen Schönheitsfehlern. Was sie fanden, soll geheim bleiben. Nur so viel: Einstürzen tut das Onderwerch in nächster Zeit nicht.

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