Nutzungsplanung

In Holziken soll ein «erlebbares Ortszentrum» entstehen – in der Wohn- und Arbeitszone

Die Überbauung «im Gässli», in die bald erste Mieter kommen, ist eine zentrumsnahe Wohnmöglichkeit.

Die Überbauung «im Gässli», in die bald erste Mieter kommen, ist eine zentrumsnahe Wohnmöglichkeit.

Im Rahmen der Revision der Nutzungsplanung möchte das Dorf sein Zentrum sichtbar machen. Über den fertig gestalteten Nutzungsplan soll die Gemeindeversammlung im November 2021 abstimmen.

Die Kantonsstrasse, die unter dem Namen Hauptstrasse durch Holziken führt, lässt sich nicht einfach mittendrin zur Fussgängerzone machen. Trotzdem wollen die Holziker im Rahmen ihrer Nutzungsplanrevision ein «erlebbares Ortszentrum» schaffen, wie es in den Unterlagen des aktuell laufenden Mitwirkungsverfahrens steht. Dies will die Gemeinde erreichen innerhalb des Gestaltungsraums, den sie eben zur Verfügung hat.

Der schon jetzt als Dorfzentrum wahrgenommene Bereich um die Gemeindeverwaltung (mit Post) und das Restaurant Central soll zum Bereich werden, in dem die Zentrumsfunktionen konzentriert sind. Für dieses Gebiet herrschen architektonisch-gestalterische Ziele, damit zentrumswürdig gebaut wird.

Zentrumsnahes Wohnen in Mehrfamilienhäusern

Die Hauptstrassen-Abschnitte gleich südlich und nördlich vom Dorfzentrum lassen sich gemäss Absicht des Entwicklungskonzepts als «Wohnen im Zentrum» umschreiben. In unmittelbarer Nähe besteht dort schon die Überbauung «Wohngarten» und ist die Siedlung «im Gässli» demnächst bereit für die ersten Mieter. Ebenso die Rasenfläche neben des Gemeindehauses, die in Gemeindebesitz ist. Sie soll von einer Zone für öffentliche Bauten in eine dreigeschossige Wohn- und Arbeitszone (WA3) umgezont werden.

Der Dorfkern von Holziken soll markanter werden.

Der Dorfkern von Holziken soll markanter werden.

Das Zentrum und die zentrumsnahen Abschnitte verbleiben grossmehrheitlich in der Wohn- und Arbeitszone (was im Dreieck von Haupt- und Panoramastrasse noch Wohnzone ist, wird ebenfalls zu WA3). Das ganze Gebiet wird neu mit einem Zentrumsbereich überlagert, konkret mit der Zone «Verdichtung und Siedlungserneuerung» (VS). In diesem Bereich soll Mindestausnützung herrschen, damit die gewünschte Verdichtung erreicht wird. Zur attraktiven Gestaltung werden Anreize geschaffen – mit Ausnutzungs-Boni bei Erfüllung von besonderen baulichen Qualitätsansprüchen.

Nur noch wenige unüberbaute Parzellen

Ausserhalb des Zentrums gibt es noch mehr dieser VS-Zonen. Bei der Verzweigung Hauptstrasse/Hirschthalerstrasse soll das ältere Gebäude mit Schopf erhalten und aufgewertet werden, die Landfläche wird verdichtetes Siedlungsgebiet. Auch ein Landstück an der Hardstrasse wird mit der VS-Zone überlagert. Das einsturzgefährdete Gebäude an der Hardstrasse 11 soll durch eine zeitgemässe Überbauung ersetzt werden. Ein ganzer Streifen entlang der Hardstrasse, jetzt WA3, soll zu einer reinen Wohnzone 3 werden.

Aus- oder eingezont wird kein Land in der neuen Nutzungsplanung. Abgesehen von der definitiven Zuteilung in die Landwirtschaftszone des 2,3 Hektaren grossen Gebiets «innerer Berg», jetzt noch eine Übergangszone. Holziken hat nur noch wenige unüberbaute Parzellen und muss keine Bauzonen ausscheiden, um sich dem kantonalen Dichteziel 2040 anzunähern. Die noch nicht überbauten Bauzonen sind alle erschlossen.

Neues Schutzobjekt wird vorgeschlagen

Da Holziken heute überdurchschnittlich viele Einfamilienhäuser aufweist, müssen auf diesen vor allem Mehrfamilienhäuser entstehen, um die nötige Verdichtung zu erreichen. Mit der durch die neue Nutzungsplanung ermöglichten Innenentwicklung sei ein Bevölkerungswachstum von heute 1470 auf 1800 im Jahr 2040 möglich, heisst es im Planungsbericht. Bei dieser Einwohnerzahl drängt sich langsam eine bessere öV-Verbindung auf. Die Buslinie 13 von Zofingen nach Schöftland fährt nur stündlich. Die Raumplaner empfehlen der Gemeinde daher, sich beim Kanton um einen Halbstundentakt zu bemühen.

Ein neues Schutzobjekt (zu den bestehenden) wird in der neuen Nutzungsplanung vorgeschlagen: ein Hochstudhaus an der Bändlistrasse. Die öffentliche Auflage soll im Juli und August nächsten Jahres erfolgen. Über den fertig gestalteten Nutzungsplan soll die Gemeindeversammlung im November 2021 abstimmen.

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