Die Geschäftsstelle Aareland arbeitet zurzeit gemeinsam mit den beiden Kantonen Aargau und Solothurn intensiv an der Erstellung des Agglomerationsprogramms Aareland der 4. Generation. Ein wichtiger Bestandteil des Agglomerationsprogramms ist das Zukunftsbild. Im Rahmen einer ausserordentlichen AarelandsGemeinde erarbeiteten Vertreter der Kantone, der Aareland-Gemeinden und der Geschäftsstelle Aareland in der Aarauer Aeschbachhalle gemeinsam in Workshops dessen Grundlagen.

Vision für das Jahr 2040

Rund 60 Behördenmitglieder und Fachpersonen aus den Gemeinden des Aarelands sowie Mitglieder des AareLandRats hatten sich eingefunden, um gemeinsam die Basis für das neue Zukunftsbild 2040 zu erarbeiten. Nach Inputreferaten zum Erarbeitungsprozess der 4. Generation des Agglomerationsprogramms Aareland sowie zu Stellenwert und Zielen des Zukunftsbildes diskutierten sie in mehreren gemischt zusammengesetzten Gruppen über den bereits vorliegenden Entwurf des Zukunftsbildes. Dabei ging es um Raumelemente und Kernbotschaften, die für die jeweiligen Raumtypen definierten Ziele und den weiteren Handlungsbedarf in den Bereichen Siedlung, Verkehr und Landschaft der Agglomeration Aareland.

Das neue Zukunftsbild wird das Jahr 2040 anvisieren und als Grundlage für die Erarbeitung von Strategien und Massnahmen dienen. Inhalte eines Zukunftsbildes sind unter anderem allgemeine Stossrichtungen wie zum Beispiel die Ausrichtung der Entwicklung auf die bestehende und geplante Verkehrsqualität. Das neue Zukunftsbild wird eine Synthese aus einzelnen Zukunftsbildern zu den Themen Wohnen, Arbeiten und Landschaft sein.

Einbezug der Gemeinden

Bei der anschliessenden Podiumsdiskussion wurden die im Vorfeld erarbeiteten Raumtypen, Kernbotschaften und Thesen mehrheitlich gutgeheissen. Das Zukunftsbild sieht die Unterteilung in Agglomerationskernräume, -korridore und ländlichen Agglomerationsraum vor. Ziel ist eine gesamtregionale Zusammenarbeit unter Einbezug der Gemeinden. Das Aareland soll als Raum ohne Grenzen positioniert werden. Die Vernetzung der drei Aare-Zentren Aarau, Olten und Zofingen sowie die nach innen gerichtete Siedlungsentwicklung der Aare-Korridore sollen gefördert werden. Im Bereich Verkehr gehören eine verbesserte agglomerationsweite öV-Vernetzung, das Schaffen von Velovorzugsrouten und ein konsequentes Verkehrsmanagement zu den Hauptzielen.

Verkehrsbelastung überall gross

Die Workshop-Teilnehmer ergänzten und kommentierten den Entwurf des Zukunftsbildes mit ihren eigenen Vorschlägen und Bedürfnissen. Vorgeschlagen wurden der Einbezug des Jurabogens als Naherholungsgebiet, die Förderung der Qualität der Arbeitsplatzgebiete und die Auseinandersetzung mit dem Thema Tourismus. Festgestellt wurde, dass sich viele Gemeinden immer noch als Dorf empfinden, de facto aber zum urbanen Raum gehören. Von Verkehr belastet seien jedoch alle Gemeinden. Deshalb erachteten es die Workshop-Teilnehmer als wichtig, dass Verkehrsverbindungen nicht nur entlang der Korridore in Richtung der Zentren funktionieren, sondern dass auch Querverbindungen gefördert werden.

Raum ohne Grenzen

Für Hans-Ruedi Hottiger, Präsident des Aarelands, ist klar: «Die in den vergangenen Jahren geschaffene Infrastruktur gäbe es ohne die vom Bund zur Verfügung gestellten Gelder nicht.» Deshalb wünscht er sich, dass für die 4. Generation des Agglomerationsprogramms Aareland ambitionierte Ziele gesteckt werden. Für die vom Bund geforderte Generationenkohärenz sei es zudem wichtig, als Raum ohne Grenzen aufzutreten und sowohl dem Einbezug der Gemeinden als auch dem Handlungsbedarf eine hohe Bedeutung beizumessen.

Nach der Auswertung des Workshops sollen bis zur nächsten AareLandsGemeinde am 27. November 2019 Teilstrategien und Mass- nahmen entwickelt und vorgestellt werden. (UHG)