Kölliken

Jetzt wird ihr «Colibrí»-Traum endlich wahr: Ehemalige Kellnerin übernimmt das Restaurant

Sonia Suter (links) mit Mitarbeiterin Gauri Siva.

Sonia Suter (links) mit Mitarbeiterin Gauri Siva.

Sonia Suter arbeitete vor Jahren schon als Kellnerin im Kölliker Restaurant. Jetzt hat sie es als Wirtin übernommen. Nach zwei Wochen ist sie immer noch im Anfangsstress. Und Sorgen gab es schon vor der Eröffnung – wegen Corona.

Es ist ein Kommen und Gehen im Café-Restaurant El Colibrí neben Köllikens Strohdachhaus. Sie wollen in der Pause schnell einen Kaffee mit Gipfeli zu sich nehmen, der Lieferant, die beiden Handwerker und ein Herr im FC-Kölliken-Shirt, die an jenem Vormittag Sonia Suters Lokal aufsuchen. Eben kommt die Chefin ausser Atem vom Grosseinkauf zurück. Vor zwei Wochen hat sie erst eröffnet. Sie stecke immer noch im Anfangsstress, sagt sie fast ein wenig entschuldigend.

Wie kommt es, dass hier bereits so viele Znüni-Gäste hereinschneien? Die Wirtin lacht. Die 42-Jährige ist keine Unbekannte im Dorf, hat in den vergangenen sechs Jahren mit ihrem Mann Sandro das Restaurant des FC-Kölliken geführt. Von dort kenne man sie, ihre Burger, denen schon die Fussballer nicht widerstehen konnten, und natürlich ihre Tapas. Die spanischen Häppchen sind die Spezialität der Tochter spanischer Eltern, die in Suhr aufgewachsen und heute Kölliker Ortsbürgerin ist.

Das Restaurant zu führen war schon lange ein Wunsch

Das «Colibrí» zu führen, ist der Traum der ehemaligen Kellnerin vom eigenen Restaurant. Und es ist die Rückkehr nach Hause. Hier hat Suter die Gastrobranche für sich entdeckt, als sie in den frühen Nullerjahren nach einer Verkäuferlehre für den damaligen Wirt José Ramos gearbeitet hat. Hier hat sie die Aufmerksamkeit ihres heutigen Ehemanns auf sich gezogen, der ihretwegen wieder und wieder ins «Colibrí» gekommen war. Schon damals hoffte sie, das Restaurant im Herzen Köllikens dereinst zu führen.

Aber noch sollte es nicht soweit sein. Die Wirteprüfung im Sack, ging Sonia Suter nach Meisterschwanden, um dort das «Speuzli» zu führen. Bis das Paar Familienpläne schmiedete. Die langen Arbeitstage einer Wirtin gehen nicht mit Schwangerschaft und Säuglingen einher. Doch die Gastroszene musste nicht auf sie verzichten. Als junge Mutter half sie im «Flamingo» in Entfelden aus. Dann, 2014, poppte plötzlich eine Nachricht auf ihrer Facebookseite auf. Ob sie nicht Lust hätte, das Kölliker FC-Beizli zu führen. «Ich kann es mir ja mal anschauen», habe sie damals gedacht. Und hat für drei Jahre unterzeichnet. «Geblieben bin ich dann sechs.»

Warum die Chefin Sorgenfalten hatte

Und dann wurde das Lokal des «Colibrí» frei. Zeit, das alte Vorhaben umzusetzen. Andere Wirte hatten es zwischendurch unter anderem Namen geführt. Von ihrem Vorgänger hat Sonia Suter das gesamte Inventar inklusive Smoker-Grill übernommen. Sie gab dem Restaurant seinen alten Namen zurück und eröffnete es am 4. September neu – natürlich als spanisches Spezialitätenlokal. Aus Galizien, der Heimat ihrer Eltern, kommt nicht nur der Wein, sondern auch das Bier, Marke Estrella. «Das beste Bier», versichert die Chefin. Wenn Ehemann Sandro Suter von seiner Arbeit als Bauführer nach Hause kommt, tauscht er den Helm gegen die Küchenschürze und unterstützt den Restaurantkoch Klaus Gäggeler. «Mein Mann ist einer der besten Hobbyköche der Welt», sagt die Wirtin stolz.

Estrella wird hier ausgeschenkt, laut Suter ist dies «das beste Bier»

Estrella wird hier ausgeschenkt, laut Suter ist dies «das beste Bier»

Nicht nur in der Küche glänzt er, auch die Plexiglas-Trennwände, die sich fast unsichtbar ins Interieur einfügen, sind Sutersche Anfertigungen. Ein Restaurant zu Coronazeiten eröffnen zu müssen, habe zur einen oder anderen Sorgenfalte geführt, sagt Sonia Suter. Soweit habe man aber Glück gehabt, der Grundriss lasse dieselbe Anzahl Tische zu, die auch sonst reingestellt würde. Am geplanten Paella-Abend sollten also alle Platz finden.

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