Auslöser für die heutige Oberstufendiskussion im Wynental ist das Schulgesetz, das festlegt, dass es spätestens ab 2022 keine Bezirksschulstandorte mit weniger als 6 Abteilungen mehr geben soll.

Der Gemeindeverband aargauSüd hat im Sinn von «agieren statt reagieren», wie Präsident Martin Widmer sagt, eine Projektgruppe zum Erarbeiten von Grundlagen und einer gemeinsamen regionalen Strategie eingesetzt. Bereits nach der ersten Sitzung sei klar gewesen, dass der Fokus auf die gesamte Oberstufe auszuweiten sei, erklärt die Moderatorin der Gruppe, Renate Gautschy.

Das Ziel sei «die Stärkung der Oberstufe und ihrer Unterrichtsqualität, die Planungssicherheit für Lehrerpensen und Abteilungen sowie die Schulinfrastruktur», erklärt Gautschy. Eine Analyse des Ist-Zustandes und die Kennzahlen würden klar aufzeigen, in welche Richtung geplant werden müsse.

Bez-Standorte müssen Stellung nehmen

Bis zum 22. Januar mussten die Bez-Standort-Gemeinden Menziken, Reinach und Unterkulm Stellung nehmen, ob sie gewillt seien, das Schulentwicklungsprojekt «Oberstufe aargauSüd» weiterhin gemeinsam voranzutreiben.

Wie aargauSüd mitteilt, ist es jetzt zum Ausstieg von Menziken gekommen. Menziken führt ab August 2014 eine Bezirksschule mit nur noch drei Abteilungen und will aber daran festhalten. Das Schulgesetz lässt dies bis 2022 auch noch zu.

Während die Kreisschulen Homberg und Mittleres Wynental das Projekt energisch weitertreiben wollen, könne sich Menziken «noch nicht vorbehaltlos» hinter die Zielsetzung stellen, sagt Gautschy. «Wir fahren jetzt mit zwei Schulen weiter, wollen aber niemanden ausschliessen. Nur, alle drei zusammen, das wäre einfacher gewesen», sagt Renate Gautschy. Das bedeute, dass für Menziken zwar eine Tür offenbleibe, allerdings müsse die Gemeinde dann später die geltenden Konditionen und Rahmenbedingungen annehmen.

Gestern wurden die Menziker Projektgruppenmitglieder verabschiedet und die Delegierten aus Kulm und Reinach arbeiteten weiter. Ihre Ziele sind ehrgeizig, wollen sie doch bereits im September 2014 «die Grundlagen für eine zukunftsfähige, regionale Neuorganisation der Oberstufe abstimmungsreif zuhanden der Gemeindeversammlungen vorlegen.

«Die lange Übergangsfrist bis 2022 ist für uns kein Grund, nicht im Voraus zu handeln», sagen Martin Widmer und Renate Gautschy unisono. Sie wollten die Schulen in der Region stärken und dabei sei zum Beispiel eine Bezirksschule an zwei Standorten durchaus ein Thema.