Vier Abgänge hatte Daniel Heggli (55, parteilos) nach seinem ersten Jahr als Zetzwiler Gemeindeammann zu verzeichnen. Nach zwei Kündigungen in der Verwaltung gaben im November 2018 Vizeammann Beat Heinzer (68, parteilos) und Gemeinderat Roger Stenz (36, parteilos) ihre Demissionen bekannt. Über die Gründe schwiegen sich die Beteiligten aus, doch es war offensichtlich, dass die Abgänge etwas mit dem neuen Ammann, einem Quereinsteiger, zu tun haben. Trotz der Führungskrise wollen nun zwei Kandidaten und eine Kandidatin in den Gemeinderat nachrücken. Am 10. Februar treten Thomas Haller (51, EDU), Edith Kyburz-Stepanek (37, parteilos) und Roman Merz (24, SP) in einer Kampfwahl um die zwei freien Sitze an.

Thomas Haller ist in Zetzwil aufgewachsen. Der gelernte Maurer mit Eidgenössischem Hochbaupolierabschluss gründete vor 15 Jahren die Baufirma Delta-Bau GmbH. «Als Ortsbürger identifiziere ich mich sehr stark mit dem Dorf. Ich war während vieler Jahre im Turnverein und in der Feuerwehr engagiert», sagt Thomas Haller.

Seit rund 20 Jahren ist der dreifache Familienvater Mitglied der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU). 2016 kandidierte er für den Grossen Rat und erreichte das drittbeste Wahlresultat der EDU Bezirk Kulm. In der Gemeinde engagierte sich Haller bisher als Vorstandsmitglied der Ortspartei sowie auch an den Gemeindeversammlungen. «Aufgrund meiner langjährigen Berufs- und Geschäftserfahrung sehe ich mich als ideale Ergänzung im Gemeinderat», sagt Thomas Haller.

Eine Parteilose als zweite Frau?

Auch Edith Kyburz-Stepanek will einen Sitz ergattern. Es ist das erste Mal, dass sie sich um ein politisches Amt bewirbt. «Ich habe schon lange über eine Kandidatur nachgedacht», sagt die parteilose Kandidatin. Bis vor 2½ Jahren war sie in der Pflege und Betreuung tätig. Dann stieg sie in die Zetzwiler Firma Stefan Kyburz AG Gartengestaltung ein, deren Geschäftsführer ihr Mann Stefan Kyburz ist. «Da wir mit der Stiftung Lebenshilfe zusammenarbeiten und Menschen mit Beeinträchtigung die Möglichkeit für einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz ermöglichen, war dieser Schritt für mich naheliegend und sinnvoll», sagt die 37-Jährige. Seit 2015 leitet sie ausserdem die Sanität der Feuerwehr.

Durch den Berufswechsel sei sie vermehrt mit der Gemeinde in Kontakt gekommen. Nun will Edith Kyburz-Stepanek neben Lilo Henkel-Haller die zweite Frau im Zetzwiler Gemeinderat werden. «Ich bin überzeugt, dass ich mit meinem Interesse und Engagement, mit meinen Erfahrungen und mit meiner Art und Weise die Zetzwiler vertreten und unterstützen kann», sagt sie.

SP-Bezirkspräsident kandidiert

Roman Merz hat sich ebenfalls innert Frist als Kandidat gemeldet. Der 24-Jährige ist in Zetzwil aufgewachsen, sein Vater Thomas Merz ist Mitglied der Finanzkommission. Zurzeit absolviert Roman Merz den Zivildienst an der Schule Reiden. Im Oktober beginnt der gelernte Multimedia-Elektroniker ein Physikstudium an der ETH.

Die Zeit zwischen Zivildienst und Studienbeginn wäre optimal geeignet für einen Einstieg in den Gemeinderat, meint Roman Merz. «Ich sehe ein mögliches Amt als Chance, etwas zu machen, was meinem Interesse entspricht», sagt er.

Seit vier Jahren ist Roman Merz Mitglied der SP, seit 2017 Präsident der SP Bezirk Kulm. Ein mögliches Gemeinderatsamt hat für den angehenden Studenten aber wenig mit Parteipolitik zu tun. «Ich will meine persönliche Meinung vertreten und mich für das Zusammenleben der Menschen im Dorf einsetzen», sagt er. Besonders die Bildung liege ihm am Herzen.

Welche zwei der drei Kandidaten bald im Gemeinderat sitzen, entscheiden am 10. Februar die Stimmbürger von Zetzwil. Im ersten Wahlgang sind auch nicht angemeldete Personen wählbar.