Schöftland
Kapelle wird abgerissen und muss einem Mehrfamilienhaus weichen

Die evangelisch-methodistische Kirche will die Kapelle in Schöftland abreissen und Mietwohnungen bauen. Zurzeit liegt das Baugesuch auf.

Janine Gloor
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Die Kapelle Elim wurde mehrere Generationen von der EMK geführt, nun wird sie abgerissen.

Die Kapelle Elim wurde mehrere Generationen von der EMK geführt, nun wird sie abgerissen.

Chris Iseli/AZ

Die Profile vor der Kapelle Elim der evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Schöftland zeigen, dass hier etwas Neues entsteht. Die Kapelle soll abgerissen und durch ein Mehrfamilienhaus ersetzt werden.

Das entsprechende Baugesuch der EMK liegt noch bis zum 12. Mai auf. Der zweigeschossige Neubau mit vier Familienwohnungen wird weiterhin im Besitz der EMK Schweiz sein.

Konzentration an einem Standort

Hinter dem Rückzug der EMK aus Schöftland stehen die Bemühungen, den Hauptort des Gemeindebezirks Muhen zu stärken. Die Freikirche beschloss im November 2011, die Standorte Schöftland und Kölliken aufzugeben und die Kapellen zu verkaufen. Seitdem haben die Gottesdienste nur noch in Muhen stattgefunden.

Die Kapelle Salem in Kölliken wurde bereits im Dezember 2011 an Private verkauft, die das Gebäude als Wohnhaus nutzen. Sinkende Besucherzahlen und schwindende finanzielle Mittel machen der Freikirche zu schaffen.

Marco Jaeschke, EMK-Pfarrer in Muhen, betont in einer Medienmitteilung jedoch, dass die Zusammenlegung der Standorte in Muhen keinesfalls aus Not geschähe, «sondern aus dem Wunsch nach Einheit heraus».

Ausserdem stellen die Wohnungen in Schöftland für die Kirche eine willkommene Einnahmequelle dar. Der Ertrag aus den Mietzinsen des Wohnhauses werde die Arbeit der Kirche mitfinanzieren, so Jaeschke.

Ein weiterer Grund für die Auflösung des Standorts sei die Zentralisierung der anfallenden Arbeiten. Von den Kirchenmitgliedern waren nicht alle begeistert über diese Änderungen im Gemeindebezirk.

«Die Schliessung der Kapellen in Schöftland und Kölliken war für die Leute in den betroffenen Gemeinden ein Einschnitt, der auch zu Abgängen geführt hat», sagt Bezirkslaienführer Alfred Müller. Trotzdem sei es ein richtiger Entscheid gewesen, denn so können Synergien genutzt und Liegenschaftskosten reduziert werden.

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