Kölliken
Den Roten Pass soll nicht mehr die «Gmeind» vergeben: Gemeinderat beantragt alleinige Befugnis

Anlässlich der Gemeindeversammlung entscheiden die Ortsbürger ausserdem darüber, ob sie das Projekt mit altersgerechten Wohnungen am Ort der Villa Breitenegg selber bauen möchten.

Flurina Dünki
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Gemeindeverssammlung Kölliken vom 27. November 2020.

Gemeindeverssammlung Kölliken vom 27. November 2020.

Flurina Dünki

Der Gemeinderat alleine soll in Zukunft Kölliker und Köllikerinnen machen dürfen. An der Wintergmeind 2020 wurde ein Überweisungsantrag angenommen, der vorschlug, der Gemeinderat solle die Grundlagen erarbeiten, die ihm die Kompetenz betreffend Zusicherung des Gemeindebürgerrechts einräumt. Der Gemeinderat beantragt die entsprechende Änderung des Paragrafen 5 (Befugnisse des Gemeinderats) in der Gemeindeordnung an der Gemeindeversammlung vom 11. Juni.

Die Abstimmung des Souveräns über den roten Pass – am Freitag betrifft es zwei Herren aus der Türkei und Kosovo und eine Dame aus Nordmazedonien – würde der Vergangenheit angehören. Weiter ist die Kreditabrechnung «Bauliche Massnahmen Schulinformatik» zu bewilligen, die 173601 unter dem Budget liegt. Dies, so die Broschüre, weil die Kabel- und Rohrverlegungsarbeiten viel günstiger vergeben werden konnten. Auch der indexierte Kredit für die Erschliessung des Baugebietes Schneidergasse, den die Gmeind 2011 bewilligt hatte, kann am 11. Juni nun vorgelegt werden. Statt 685300 Franken hatten die Bruttoanlagekosten am Ende 636229 Franken betragen.

Entschädigungen für Gemeinderäte müssen neu beantragt werden

Ein Nachtragskredit wird für den Ersatz der Wasserleitung in der Bahnhofstrasse beantragt. Im Februar 2020 und im Februar 2021 gab es dort Wasserleitungsbrüche. Wie die Broschüre besagt, ist noch mit weiteren zu rechnen. Weil die Leitungen mit 38 Jahren noch jung sind, sollen sie für 65'000 ersetzt werden. Die neuen Leitungen sind nicht mehr elektrisch leitend, um elektrochemische Korrosionen zu vermeiden.

Für die kommende Amtsperiode müssen die Gemeinderatsentschädigungen neu beantragt werden. Der Gemeinderat verzichtet auf eine Erhöhung der Gemeinderatsentschädigungen. Der Ammann soll weiterhin 45'000 Franken plus 1000 Franken Spesen erhalten, der Vizeammann 24'000 (plus 750) Franken und die Gemeinderäte 20'000 (plus 750) Franken.

Die Rechnung 2020 mit einem Verlust von 470'034 Franken ab. Im Vergleich zum budgetierten Minus von 817’595 Franken ist das ein erfreuliches Ergebnis. Grund dafür sind erstens höhere Steuereinnahmen von total rund 377’250 Franken. An ordentlichen Steuern wurden 153’000, an Aktiensteuern 88’000, und an Grundstückgewinnsteuern 113’000 Franken mehr eingenommen. Zweitens wurden weniger Ausgaben getätigt, der betriebliche Aufwand liegt um rund 510’000 Franken tiefer als budgetiert. Diesen Einsparungen stehen jedoch auch weniger Einnahmen gegenüber: Im Bereich der Entgelte sind rund 387'000 Franken tiefere Einnahmen gegenüber dem Budget zu verzeichnen. Dies grösstenteils, weil im Bereich Sozialhilfe weniger Rückerstattungen getätigt wurden als angenommen.

Ortsbürger wollen Alterswohnungen selber bauen

Die Ortsbürger entscheiden, ob sie die altersgerechten Wohnungen, die anstelle der Villa Breitenegg entstehen, selbst bauen wollen. Der Plan war, das Projekt im Baurecht zu verkaufen. In der Zwischenzeit kamen bei manchen Ortsbürgern Zweifel auf, ob sie eine so grosse Portion an Kontrolle aus der Hand geben wollen. Eine Arbeitsgruppe setzte sich mit Vor- und Nachteilen auseinander. Der Gemeinderat hält die Variante «selber bauen» für ambitioniert, aber verantwortbar. «Selber bauen» wird somit der Gmeind beantragt, 50'000 Franken kostet die professionelle Begleitung und Umsetzung.