Leerau

Nach Pfarrer-Abwahl: Reformierte flirten mit Chrischona

Der damalige Kirchleerber Pfarrer David Mägli ist im September mit 143 gegen 92 Stimmen abgewählt worden. (Archivbild 2015)

Der damalige Kirchleerber Pfarrer David Mägli ist im September mit 143 gegen 92 Stimmen abgewählt worden. (Archivbild 2015)

Morgen diskutiert die Kirchgemeinde Leerau über ihre Zukunft. Der Kurator dürfte noch eine Weile nötig sein.

In der Reformierten Kirchgemeinde Leerau fehlt seit Anfang Jahr die Kirchenpflege. Diese ist nach der Abwahl von Pfarrer David Mägli im vergangenen September geschlossen zurückgetreten. Darum lenkt momentan Kurator Marcel Hauser die Geschicke der Kirchgemeinde und sucht nach Kandidaten, die sich für die Wahl in das Gremium zur Verfügung stellen.

Harzige Suche nach Kirchenpflege-Mitgliedern

Anfang Jahr sah es noch aus, als wäre das Kuratorium in der Kirchgemeinde Leerau eine kurze Phase. Doch Marcel Hauser hat bis jetzt nicht genügend Kandidaten gefunden, damit die Kirchenpflegewahl über die Bühne gehen kann. «Ich habe mir erhofft, dass in Leerau das Kuratorium bald wieder aufgehoben werden kann», sagt er.

Dass es nun doch nicht ganz so schnell gehe, darüber sei er nicht erstaunt. «Durchschnittlich dauern Kuratorien rund zwei Jahre. In Leerau laufen trotz allem gewisse Prozesse sehr speditiv ab.»

Weil es mit der Suche nach Kirchenpflegern harzig läuft, stellt die zwölfköpfige Findungsgruppe nun verschiedene Wege zur Diskussion. Gemeinsam mit möglichst vielen Mitgliedern der Kirchgemeinde will sie in einem «Word-Café» Lösungsansätze suchen. Die Themen werden an verschiedenen Tischen diskutiert und die Ergebnisse der Diskussionen strukturiert zusammengetragen. Im Gespräch mit den Gemeindemitgliedern sollten auch grundsätzliche Fragen offen zur Sprache kommen, sagt Hauser.

Engere Zusammenarbeit oder gar Fusion?

Die Findungsgruppe möchte mit den Mitgliedern der Kirchgemeinde vier Zukunftsszenarien debattieren: Soll ein Pfarrer ohne Kirchenpflege gesucht und zur Wahl vorgeschlagen werden? Soll Leerau eine engere Zusammenarbeit mit den reformierten Nachbargemeinden anstreben? Welche Chancen und Möglichkeiten ergibt eine Fusion mit einer reformierten Nachbargemeinde? Kommt eine engere Zusammenarbeit mit der Chrischona Gemeinde Kirchleerau infrage? «Diese vier Zukunftsszenarien werden so – und in Variationen – in kleineren und mittleren Gemeinden immer wieder genannt. Da und dort kommen sie in unterschiedlichem Mass auch zum Einsatz», erklärt Marcel Hauser. So wählten beispielsweise die Kirchgemeinden Auenstein und Möhlin während der Kuratorien Pfarrer, ohne dass vorher eine Kirchenpflege bestimmt worden war. Und der Konfirmandenunterricht der Kirchgemeinde Leerau fand bis im Frühjahr in Schöftland statt.

Diskussionsabend und Folgeveranstaltung

Der Diskussionsabend heute um 19.30 Uhr im Kirchgemeindehaus in Kirchleerau liefert erste Anhaltspunkte, wie es in der Kirchgemeinde Leerau weitergehen soll. Eine Folgeveranstaltung ist für den 4. September angesetzt, ebenfalls um 19.30 Uhr.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1