Hirschthal
Nein zu Fusion mit Einwohnergemeinde: Kommt jetzt das Referendum?

Die Ortsbürgerversammlung sagte Nein zur Fusion mit der Einwohnergemeinde. Aber vielleicht war das noch nicht das letzte Wort.

Flurina Dünki
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Die Hirschthaler Ortsbürgergemeinde hat Nein gesagt zur Fusion mit der Einwohnergemeinde.

Die Hirschthaler Ortsbürgergemeinde hat Nein gesagt zur Fusion mit der Einwohnergemeinde.

Mario Heller

Kein Argument liess die Ortsbürger umstimmen: Mit 6:3 Stimmen lehnten sie die Vereinigung mit der Einwohnergemeinde ab. Die restlichen 43 Ortsbürger waren trotz des wichtigen Geschäfts nicht erschienen. Selbst der nochmalige Hinweis von Ammann Peter Stadler auf die missliche Finanzlage und die drohende Zwangsfusion durch den Grossen Rat half nichts. Die Botschaft der sechs war klar: Die Ehre, Nachkommen der Bürger zu sein, die unter dem Regime Napoleons die Ortsbürger-Privilegien erhielten, ist unter allen Umständen zu verteidigen.

«Durch die Fusion würde eine jahrhundertalte Institution kaltblütig zu Tode getrampelt», lautete das Argument eines Ortsbürgers. «Unsere Vorfahren haben immer dafür gesorgt, dass der Karren in Hirschthal läuft», ein anderes. «Das Geld ist doch momentan so billig, nehmt doch für uns einen Kredit auf», ein drittes. Und man gab sich optimistisch: Die Finanzen würden im Nu wieder besser, falls der Staat in Zukunft Gelder ausgäbe für die Förderung des Waldes, hiess es etwa.

Die Einwohnergemeinde würde die Ortsbürger gerne aufnehmen, wie sie durch Zustimmung am selben Abend ausdrückte. Ganz entschieden ist das Geschäft jedoch noch nicht. Da das Quorum von 11 Stimmberechtigten nicht erreicht wurde, kann das Referendum ergriffen werden. Die Unterschriften eines Zehntels aller Ortsbürger, also sechs Personen, wären für einen Urnengang nötig. Dass dies geschieht, hält Gemeindeschreiber Alfred Müller für realistisch. Denn anwesend seien am Freitag mehrheitlich die Gegner der Fusion gewesen, während sich die Befürworter ferngehalten hätten, womöglich aus Scheu vor Konfrontation. Möglich, dass diese nun auf Unterschriftensammlung gingen.

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