Schöftland
Neue Website: Frischer Fisch statt Schöftler Drink

Die Gemeinde Schöftland schaltete ihren neuen Internetauftritt auf: «Neues Design und viele neue Informationen» wurden versprochen. Ein kurzer Augenschein zeigt, was die die Versprechen in Tat und Wahrheit taugen.

Aline Wüst
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Am Montag schaltete die Gemeinde Schöftland ihren neuen Internetauftritt auf: «Neues Design und viele neue Informationen» wurden versprochen. Wer www.schoeftland.ch eingibt, erfährt sofort, dass er heute frischen Fisch auf dem Wochenmarkt im Schlosshof kaufen kann und bei Bedarf am kommenden Montag unentgeltliche Rechtsauskunft erhält. Aktualität ist schon mal Trumpf.

Der Hintergrund des neuen Auftritts ist gelb, wie ein Teil des Schöftler Wappens. Beim Laden neuer Inhalte wird allerdings jeweils kurz der ganze Bildschirm leuchtend gelb, was beim Besucher ungewollt ein «Post»-Déja-vu auslöst. Abgesehen davon findet er jedoch eine Fülle an Informationen – sehr nützliche, aber auch weniger brauchbare. Unter «Geschichte» liest der Internetnutzer beispielsweise, dass die Träger alter Schöftler Familiennamen wie Zehnder oder Schäfer früher allesamt Leibeigene der Habsburger waren. Bei «Soziale Dienste» gibt es einen direkten Link mit allen Informationen im Falle einer persönlichen Notlage, und wer die Vereinsliste studiert, erfährt von der Existenz der «Schöftler Quilter». Die Gemeinderäte lassen sich über die allgemeine Suchfunktion finden, und zwar übersichtlich aufgelistet mit Telefonnummer und verlinkter Mailadresse.

Weiter fällt positiv auf, dass sich sämtliche Reglemente direkt downloaden lassen. Und sogar an Menschen, die nicht ganz sattelfest im politischen System der Schweiz sind, haben die Macher des neuen Internetauftritts gedacht: Unter «Politik» wird jedem verständlich erklärt, was eine Gemeindeversammlung ist.

Registrieren und reservieren

Wer eine SBB-Tageskarte oder aber die Säulengrotte reservieren möchte, kann sich auf der Seite online registrieren. Das automatische Bestätigungsmail vom stellvertretenden Gemeindeschreiber Mario Meier ist zwar etwas unpersönlich, dafür funktioniert alles einwandfrei.

Ein Wermutstropfen bleibt: Das Rezept zum «Schöftler-Drink», bisher fester Bestandteil der Gemeindeseite, ist verschwunden. Dafür können sich nun Sehgeschädigte alle Informationen über Schöftland von einer sympathischen männlichen Stimme vorlesen lassen. Immerhin.

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