Unterkulm

Nun geht der Gemeinderat mit rechtlichen Mitteln gegen die Böhlerknoten-Sanierung vor

Gegen das Bauprojekt beim Böhlerknoten in Unterkulm gingen 60 Einwendungen ein. Rahel Plüss/Archiv

Gegen das Bauprojekt beim Böhlerknoten in Unterkulm gingen 60 Einwendungen ein. Rahel Plüss/Archiv

Unter den rund 60 Einwendungen gegen das Bauprojekt befindet sich eine des Gemeinderats Unterkulm.

Schon kurz, nachdem die Böhlerknoten-Sanierung Mitte Oktober dem Publikum vorgestellt wurde, hagelte es erste Proteste gegen das Projekt. Es beabsichtigt die Eigentrassierung der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) und die Umgestaltung der gefährlichen Kreuzung in einen Kreisel. Der geplante Kreisel mit Verkehrslichtern und Barrieren, die bei jeder Durchfahrt der Bahn den Verkehr aufhalten, ist für viele aber weder ein Schutz für Fussgänger und Velofahrer noch eine günstige Lösung für Autolenker. Zwei auf petitio.ch lancierte Petitionen schlugen unterschiedliche Verbesserungsansätze vor – beide fanden zahlreiche Unterstützer. Der Gemeindeverband aaugauSüd impuls forderte den Kanton im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung zum Überdenken des 22-Millionen-Vorhabens auf, damit Unterkulm «nicht zum Staudorf wird». Dazu brachten besorgte Bewohner ihre Ängste mehrmals wöchentlich via Leserbriefe zum Ausdruck.

Entzweites Dorfbild

Nun geht der Gemeinderat Unterkulm mit rechtlichen Mitteln gegen das Projekt vor. Er hat beim Kanton eine Einwendung eingereicht. Die Sanierung berücksichtige die individuellen Interessen der einzelnen Verkehrsteilnehmer zu wenig, schreibt er in einer Mitteilung. Er anerkenne den Handlungsbedarf im Bahnbereich und bezüglich des Böhlerknotens, «aber nicht um jeden Preis». Der Gemeinderat habe von den Projektverantwortlichen gefordert, dass der sanierte Knoten das Dorfbild nicht entzweien darf, «weder in optischer noch in physischer Art». Zudem müsse das Endprodukt alle Verkehrsteilnehmer gleichermassen einbeziehen. Diese Forderungen seien nicht erfüllt worden. Für den Gemeinderat muss ein Projekt die optimale Abstimmung von Bahn, Verkehr und Kreisel gewährleisten. Dazu seien keine Barrieren notwendig, die Lichtsignale würden ausreichen.

Hingegen müsse die Bahn im Knotenbereich als Strassenbahn mit reduzierter Geschwindigkeit fahren. Autos dürften nur 40 Stundenkilometer fahren. Für einen flüssigen Nord-Süd-Verkehrsfluss soll eine zweite Fahrspur gebaut werden. Die geplante Fussgängerinsel bei der Apotheke vermittle eine falsche Sicherheit und sei ersatzlos zu streichen. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens zum Bauprojekt, das bis 12. Dezember öffentlich auflag, sind gemäss Kantonsingenieur Rolf H. Meier etwa 60 Einwendungen eingegangen. Diese würden nun überprüft und die darin enthaltenen Vorschläge ausgewertet. In der zweiten Hälfte Februar plane man mit der Gemeinde Unterkulm einen Infoanlass, um die Ergebnisse und das weitere Vorgehen der Bevölkerung zu präsentieren.

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