Menziken
Ohne Stellenabbau war die neue Struktur nicht zu schaffen

Das Asana-Regionalspital Menziken hat ein «bewegtes und erfreuliches Jahr» hinter sich. Kostensenkungen und Personalmangel bleiben aber ein Dauerthema.

Peter Siegrist
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«Das Regionalspital Menziken hat optimale Rahmenbedingungen», sagt Alfred Zimmermann, Vorsitzender Geschäftsleitung.

«Das Regionalspital Menziken hat optimale Rahmenbedingungen», sagt Alfred Zimmermann, Vorsitzender Geschäftsleitung.

Alfred Zimmermann, der Vorsitzende der Asana-Geschäftsleitung, hält den Jahresbericht in den Händen und betont gegenüber der az, dass es bei der Ausrichtung der beiden Regionalspitäler dabei bleibe: «Wir betreiben die sogenannt einfache Medizin und Chirurgie und sichern die regionale Grundversorgung.»

Ziel sei jedoch, die Spezialisierung gemäss Leistungsauftrag zu fördern und dabei auf vier Standbeine zu setzen: Geburtshilfe, HNO und Urologie, Orthopädie mit Fachärzten und Innere Medizin. «Hier hat Menziken durchaus optimale Bedingungen.» Das Spital möchte mehr Belegärzte verpflichten, um das Angebot zu optimieren.

Akuter Personalmangel

Schwierigkeiten bereitet dem Spital Menziken der akute Personalmangel im Pflege- und Arztbereich. So sei es aufwendig, Stellen für Assistenzärzte, Anästhesiepflege und Radiologie zu besetzen. Leider sei es im Jahr 2012 auch nicht gelungen, neue Belegärzte für Menziken zu gewinnen.

Asana Gruppe: «Ein Regionalspital an zwei Standorten»

Die Asana Gruppe AG hat ihre operative Führung auf den 1. Januar 2012 neu organisiert.Im Jahresbericht 2012 zeigt die Asana, wie sie die beiden bisherigen Spitalleitungen – eine für das Regionalspital Leuggern, eine für Menziken – aufgehoben und zu einer gemeinsamen Geschäftsleitung zusammengeführt hat. «Die Verschlankung der Führungsstruktur, das Eliminieren von Doppelspurigkeiten, ist absolut nötig gewesen», sagt heute der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Alfred Zimmermann. Die Entscheidungsprozesse seien effizienter geworden, «wir haben gute Voraussetzungen geschaffen für einen weiteren Platz auf der Spitalliste 2015.» Die Asana tritt dezidiert als ein Regionalspital mit zwei Standorten auf. Die Umstrukturierung führte in allen Bereichen zur Überprüfung des Stellenplans und letztlich zur Streichung von 12 Stellen in Menziken. Heute sind für beide Standorte noch eine Personalchefin, ein Finanzchef, ein Sicherheitschef, ein Qualitätsbeauftragter im Amt. Letzte Änderungen erfolgen in diesem Jahr. Alfred Zimmermann zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück und übernimmt mit einem 60-Prozent-Pensum die Funktion Gruppen-CEO. Die beiden Standorte werden je von einem Direktor geführt. Bereits nach dem ersten Jahr, so Zimmermann, zeige sich, dass der richtige Weg gewählt worden sei. «Beide Häuser präsentieren gute Abschlüsse.» Die Asana Gruppe meldet eine Zunahme bei den stationären Patienten von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 7564 Patienten waren hospitalisiert. In den Geburtenabteilungen kamen 727 Säuglinge zur Welt (Leuggern 545, Menziken 182). Zudem wurden in der Asana Gruppe letztes Jahr 18 992 Patienten ambulant behandelt. Die Gruppe weist einen Betriebsertrag von 74,2 Mio. Franken aus. Dem steht ein Betriebsaufwand von 72,5 Millionen gegenüber. Der Personalaufwand betrug 41,3 Mio. Franken. Das Akutspitäler wie auch das Pflegeheim erzielten positive Zahlen. Im laufenden Jahr werden die beiden Standorte weiterentwickelt. «Für die Spitalliste 2015 bewirbt sich die Asana Gruppe AG nicht mehr pro Standort Menziken und Leuggern, sondern als Gesamtunternehmen», so Zimmermann.. (psi)

Intensiv gesucht wird eine Ärztin oder ein Arzt für Geburtshilfe. Mit 182 Geburten pro Jahr (Leuggern 545) ist diese Abteilung nicht ausgelastet. Die Verantwortlichen hoffen jetzt, mit dem Einbau einer Praxis für Gynäkologie direkt im Spital «einen Schritt nach vorn» zu machen.

Im Bereich der Radiologie hat Menziken die Zusammenarbeit mit der Hirslandenklinik in Aarau aufgenommen. Die in Menziken gemachten Röntgenaufnahmen werden digital übermittelt und durch Radiologen in Aarau beurteilt.

«Diese Zusammenarbeit bewährt sich», sagt Zimmermann. Computertomografien würden auswärts gemacht, eine solche Anlage komme für Menziken nicht infrage, «das wäre nie wirtschaftlich zu verantworten».

Noch wird die Effizienz bestraft

Zimmermann moniert, dass die Vorgaben der neuen Spitalfinanzierung bis heute nicht im Sinn des Gesetzgebers umgesetzt würden. Spitäler sollten für gleiche Leistungen bei gleicher Qualität den gleichen Preis erhalten; Tarife nach Fall und nicht nach Kosten einzelner Spitäler.

«In der Praxis werden immer noch Kosten vergütet statt Preise bezahlt», sagt Zimmermann. So würden die effizienten Spitäler wie die Asana-Häuser, bestraft. Doch Zimmermann ist überzeugt, dass sich das ändern wird.

Nasszellen in allen Zimmern

Eine Veränderung, die die Patienten zu sehen bekamen, ist die Sanierung der älteren Zimmer. Seit diesem Frühling sind in allen Zimmern des Spitals und des Pflegeheims Nasszellen eingebaut. Menziken kann mit seinem Zimmerangebot mit einer grossen Klinik durchaus mithalten.

Änderungen im Rettungsdienst

Der Rettungsdienst des Asana-Spitals ist 2012 nach dem Interverband für Rettungswesen (IVR) zertifiziert worden. Heute sind in Menziken speziell ausgebildete Notfallärzte angestellt. Neu wird für die Rettungsdienste die Zusammenarbeit mit Alpine Air Ambulance umgesetzt.

Gemeinsam mit dem TCS wird damit für eine gute Abdeckung in den Einzugsgebieten der beiden Spitäler gesorgt. «Der TCS springt dann ein, wenn unsere eigenen Ambulanzen bereits im Einsatz sind», sagt Alfred Zimmermann.

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