Kreisschule aargauSüd

Problem Gontenschwil gelöst? Heute orientiert die verlorene Gemeinde

Die Oberstufe Gontenschwil.

Die Oberstufe Gontenschwil.

Im letzten Frühsommer wurde mit harten Bandagen gekämpft. Es ging um die Bildung der Oberstufen-Kreisschule aargauSüd. Sie wird knapp 1000 Schüler und etwa 150 Lehrkräfte haben. Die Organisation selber wird es schon in sieben Monaten (ab 1. Januar 2020) geben, mit dem Schulbetrieb startet die Kreisschule dann in einem guten Jahr (August 2020). Von den ursprünglich elf Gemeinden machten bisher nur zehn mit. Gontenschwil ist nach einer spektakulären Kehrtwende einstimmig ausgeschert. Sehr zum Missfallen des Kantons. Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP) erklärte anfangs September 2018: «Das Aufrechterhalten eines eigenen Oberstufenstandortes ist mit den geltenden Gesetzesbestimmungen und den zu erwartenden Schülerzahlen aussichtslos.»

Monatelange Geheimgespräche

Mit dem «aussichtslos» war der Tarif durchgegeben. Es begannen geheime Gespräche. Und diese scheinen nun zu einem Ziel geführt zu haben. Jedenfalls hat Frau Gemeindeammann Renate Gautschy (FDP, sie ist auch Grossrätin) für heute Donnerstag zu einer Medienkonferenz eingeladen. Im Mail steht: «Schulprojekt aargauSüd – nach vertieften Abklärungen sind alle Gemeinden auf dem Weg zu einer gemeinsamen Schule ...». Wie die Durchschlagung des Gordischen Knotens genau aussieht, wird heute um 8 Uhr bekannt gegeben. Die Formulierung deutet aber an, dass die letztes Jahr verlorene Gemeinde Gontenschwil wieder in den Kreis der Oberstufen-Kreisschule aargauSüd aufgenommen wird.

Die Ausgangslage für die Einigung war schwierig. Allgemein anerkannt war, dass Gontenschwil bei der Bildung der Kreisschule hätte eine bittere Kröte schlucken müssen. Vielleicht sogar die bitterste (stark betroffen ist auch Menziken, dass seine Bezirksschule verlieren wird). «Die Gemeinde hat seit Jahren gewusst, dass sie die Oberstufe wegen der zu geringen Schülerzahl verlieren wird», erklärte Emil Huber, damals Projektleiter Kreisschule aargauSüd (und Gemeindeammann von Unterkulm), im Juni 2018. Die Gontenschwiler Oberstufe (Sek/Real) habe schon in den letzten Jahren nur dank des Goodwills der grösseren Gemeinden der bisherigen Kreisschule Homberg (gibt es noch bis Ende 2019) überlebt.

Das schien dem Gemeinderat Gontenschwil auch klar zu sein. Er beteiligte sich an den Vorbereitungsarbeiten für die Kreisschule aaragauSüd, machte dann aber nach einer turbulent verlaufenen Orientierungsversammlung die Kehrtwende und empfahl dem Volks, den Betritt abzulehnen – was dieses an der überdurchschnittlich gut besuchten Gemeindeversammlung vom 8. Juni auch einstimmig tat.

Vor der Versammlung sagte Frau Gemeindeammann Renate Gautschy: «Es darf nicht sein, dass 10 Gemeinden auf dem Buckel einer Gemeinde eine sogenannt solidarische Lösung für richtig halten.» Viele Dinge, darunter ganz speziell finanzielle Konsequenzen, seien während der Ausarbeitung ungeklärt geblieben.

Ein Vierteljahr später erklärte sie: «Es geht im Moment nicht darum, dass wir Schulstandort bleiben wollen oder können. Es geht darum, unsere schöne und bestausgerüstete Schulanlage in der Kreisschule aargauSüd einbringen zu können.» Und: «Wir streben eine Teilnutzung unserer Schulanlage an, mit mindestens drei Abteilungen.» Wenn die Schülerzahlen wie angekündigt steigen würden, dann mit mehr Abteilungen.

Der Oberstufen-Kreisschule aargauSüd gehören – Stand gestern Abend – acht Wynentaler (von Teufenthal bis Burg) und zwei Seetaler (Birrwil und Beinwil am See) Gemeinden an. Präsident des Kreisschulrates ist Peter Lenzin (FDP, Gemeindeammann von Beinwil am See), Präsidentin der Kreischulpflege Christina Camadini (SVP, Unterkulm).

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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