Reinach

Prominente Islam-Kennerin misstrauisch: Kommt das Geld für die grösste Aargauer Moschee aus Kuwait?

So soll das Zentrum «Tulipan» in Reinach aussehen.

So soll das Zentrum «Tulipan» in Reinach aussehen.

In einer Stellungnahme zum Neubau in Reinach zeigt die prominente Islam-Kennerin Saïda Keller-Messahli beunruhigende Zusammenhänge auf.

Vor zwei Wochen begannen in Reinach die Arbeiten am grössten Moschee-Neubau im Aarau. Die Bauherrin, die Albanisch-Islamische Gemeinschaft, hat die Baubewilligung für «Tulipan» in Rekordzeit erhalten. Gemeindeammann Martin Heiz (FDP) hatte das Projekt als «absolut unterstützenswert» bezeichnet. Nach dem AZ-Artikel meldete sich Saïda Keller-Messahli, eine der prominentesten Islam-Kennerinnen der Schweiz. Sie ist Autorin des Buches «Islamistische Drehscheibe Schweiz» und Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam. Saïda Keller-Messahli schreibt:

«‹Tulpenstrauss› heisst das Werk aus buntem Edelstahl des amerikanischen Künstlers Jeff Koons. Es wurde vor ein paar Jahren an einen unbekannten Bieter für 30 Millionen US-Dollar versteigert. 2016 wollte der Künstler seinen ‹Tulpenstrauss› der Stadt Paris schenken als Hommage an die Opfer der islamistischen Anschläge von Januar und November 2015, doch er sorgte damit für Irritation, denn die islamische Legende besagt, dass überall dort, wo ein Kämpfer im Namen Gottes gefallen ist, aus seinem Blut eine Tulpe entsteht. Auch im Wappen der Osmanen ist die Tulpe zu finden – sie ist bis heute die Nationalblume der Türkei geblieben und ihre sechs Blätter stellen die sechs islamischen Glaubensbekenntnisse dar.

Vertreter eines erzkonservativen Islams

Die geplante Moschee «Tulipan» in Reinach wird 5 Millionen Franken kosten und auch hier bleiben die Financiers diskret verdeckt. Auch ein ‹Türkisch-islamischer Verein› befindet sich laut offiziellen Angaben der türkischen Behörde Diyanet im selben Gebäude an der Hauptstrasse in Reinach AG, auch wenn er nirgends angeschrieben ist. Will man der Finanzierungsquelle auf die Spur kommen, muss man wohl der Tulpe folgen …

Politisch Verantwortliche lassen sich mit der üblichen Antwort der Islamfunktionäre beschwichtigen: ‹Spenden unserer Mitglieder› – als wäre die albanische Community der Schweiz eine superreiche – und ‹kein Geld aus dem Ausland›. Wir haben es in Wil SG, Netstal GL und Plan-Les-Ouates GE gesehen – um nur Moscheen des albanischen Dachverbands zu erwähnen –, dass das nicht stimmen kann. Bei diesen Moscheen kamen Millionen aus Kuwait, ein Land, das wie Katar besonders gerne Netzwerke der Muslimbruderschaft unterstützt.

Schon vor ein paar Jahren hat der «Tages-Anzeiger» berichtet, dass es sich bei der albanischen Moscheevereinigung der Schweiz UAIS beziehungsweise deren neugegründetem Dachverband DAIGS (Dachverband Albanisch Islamische Gemeinschaft Schweiz), zu dem das Bauprojekt in Reinach gehört, um Vertreter eines erzkonservativen Islams handelt. Imame von Moscheen des Dachverbands Albanisch-islamische Gemeinschaft Schweiz (DAIGS), zu dem die geplante neue Moschee gehört, sind dafür bekannt, radikale Prediger einzuladen und offen salafistische Akteure in Kosovo zu unterstützen. Oft schon haben sie uns versprochen, keine radikalen Prediger mehr einzuladen.

Aargau auf Platz 4 der Moschee-Kantone

Nach den Kantonen Zürich, Sankt Gallen und Bern steht der Kanton Aargau mit etwa 25 Moscheen ähnlich wie die Kantone Basel an vierter Stelle, was die Anzahl Moscheen betrifft: Etwa je zur Hälfte sind die Moscheen des Kantons Aargaus entweder türkisch oder albanisch. Hinzu kommen zwei bosnische Moscheen.

Spätestens seit dem französischen Buch ‹Qatar Papers› wissen wir, dass Katar finanziert und die Türkei agiert – besonders auf dem Balkan, wo die heutige Türkei an eine verklärte osmanische Vergangenheit anknüpfen und entsprechende Phantasmen reanimieren kann.

Dass das Bauprojekt der albanisch-sprachigen Moschee in Reinach nicht offen publiziert ist und mit der Bevölkerung diskutiert wird, sondern nur versteckt und auf Albanisch zu finden ist, steht in einem krassen Widerspruch zu den Worten des FDP-Gemeindeammanns Martin Heiz, der begeistert von einem ‹Brückenschlag zwischen Religionen und Kulturen› und von einer ‹Minderheit, die der Allgemeinheit ihre Wertschätzung ausdrücken will› sprach.

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