Es war ein Schock für Rosmarie Kohli: Die Rentnerin aus Reinach verlor ihre Altersvorsorge, weil sie von der Umzonung ihres Baulands im Wert von einer halben Million Franken nichts mitbekommen hatte. Aus 500'000 Franken wurden auf einen Schlag 800 Franken.

Solche Fälle dürfen sich nicht wiederholen, findet die Aargauer SVP-Grossrätin Karin Bertschi. Sie fordert, dass die Bauverwaltungen Landeigentümer besser informieren. "Sobald der Staat in das Eigentum der Bürgerinnen und Bürger eingreift, müssten diese vorgängig schriftlich informiert werden", sagt sie gegenüber dem Regionalsender Tele M1. Von Personen, die in der Gemeinde wohnten, könne man erwarten, dass sie Änderungen mitbekämen. "Für Auswärtige finde ich es nicht zumutbar." Sie reicht nächsten Dienstag eine Interpellation zum Thema ein. Für Kohli kommt das zu spät: Mit einer Beschwerde beim Kanton ist sie abgeblitzt.

Politiker setzen sich für Rosmarie Kohli ein

25. September 2017: Politiker setzen sich für Rosmarie Kohli ein

Zeit für eine Gesetzesänderung? Weil ihr Bauland umgezont wurde, verlor Rosmarie Kohli auf einen Schlag eine halbe Million Franken.

Die Gemeinde Reinach hatte die Umzonung korrekt in der Zeitung publiziert. Kohli wohnt im luzernischen Reiden und erfuhr dort nicht von der Änderung. Philipp Rüber, Leiter Bau und Planung Reinach, verteidigte die Gemeinde im September 2017: "Als Grundeigentümer hat man eine gewisse Pflicht, sich darüber zu informieren, was in der Gemeinde läuft." (mwa)

Statt 500'000 noch 800 Franken wert: Umzonung bringt Rentnerin um ihre Altersvorsorge

18. September 2017: Statt 500'000 noch 800 Franken wert: Umzonung bringt Rentnerin um ihre Altersvorsorge

Für Rosmarie Kohli ist es der Schock ihres Lebens: Statt rund einer halben Million Franken ist ein Grundstück in ihrem Besitz nur noch 800 Franken wert. Grund: Die Gemeinde Reinach hat das Land vom Wohn- zum Landschaftsareal umgezont. Ohne das Wissen der Rentnerin.