Kölliken

Rückwärtsfahrer auf der Autobahn: «Das ist ein Ausbildungsproblem im Osten»

Fahrverbot für A1-Rückwärtsfahrer

Fahrverbot für A1-Rückwärtsfahrer

Um zur Raststätte zu gelangen, setzte der Rumäne mit dem LKW kurzerhand auf der Autobahn zurück. Schweizer Fahrlehrer zeigen davon wenig überrascht.

Der Rumäne, der auf der Autobahn den Rückwärtsgang einlegte, fährt gerade einmal seit einem Monat Lastwagen. Setzen Transportunternehmen weiter auf «Billigchauffeure», wird dies kein Einzelfall bleiben, ist der Generalsekretär von «Les Routiers Suisse»überzeugt.

Die Szene, die sich am Samstag auf der Autobahn bei Kölliken bot, hätte in einer Katastrophe enden können: Ein Lastwagenfahrer mit rumänischem Kennzeichen legte auf der A1 den Rückwärtsgang ein, weil er seine Ausfahrt verpasst hatte.

David Piras, Generalsekretär von «Les Routiers Suisse», überrascht dies wenig: «Ich gehe davon aus, in Rumänien passen sich die anderen Lenker dieser Fahrweise an und rechnen damit, dass so etwas passiert», sagt er mit einem Schmunzeln gegenüber «Tele M1».

Gefährliches Lastwagen-Manöver auf der A1

Gefährliches Lastwagen-Manöver auf der A1

Im Vergleich zu Schweizer Chauffeuren verdienen Fahrer aus dem Osten lediglich 600 bis 800 Franken. Für Piras ist klar: Stellen Transportunternehmen auch in Zukunft «Billigchauffeure» ein, sind Szenen wie in Kölliken vorprogrammiert. 

«Das ist ein Ausbildungsproblem im Osten», so er. «Es ist der Günstige, den man nimmt. Zurzeit sehen wir da keinen Boden.»

Zumindest der rückwärtsfahrende Rumäne wird künftig nicht mehr auf Schweizer Strassen anzutreffen sein: Die Kantonspolizei Aargau hat ihn an der Weiterfahrt gehindert und seinen Führerausweis aberkannt. 

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1