Sie gehört erst seit Kurzem zu Kölliken und soll bereits eine Rundum-Überholung bekommen: Die Ghürststrasse, die Nord-Süd-Verbindung zwischen Safenwiler- und Hauptstrasse wurde vor wenigen Jahren vom Kanton an die Gemeinde abgetreten. Bereits zum Zeitpunkt der Übergabe bestand Unterhaltsbedarf, weshalb Kölliken vom Kanton 441 000 Franken erhielt. Mit den Unterhaltsarbeiten wurde jedoch damals zugewartet.

Gesamtsanierung

Stattdessen wurde im Rahmen der Beurteilung des Strassenzustands die Situation aller Werkanlagen im Gebiet der Ghürststrasse abgeklärt. Gehwege, Strassenbeleuchtung, Wasser- und Abwassersituation wurden umfassend geprüft und man entschied sich, nicht einfach Unterhaltsarbeiten, sondern ein Gesamtunterhaltsprojekt anzugehen.

An der Gemeindeversammlung vom 24. November wird den Stimmbürgern deshalb ein Kredit von gut 1,3 Millionen Franken beantragt. Er beinhaltet die Strassenerneuerung, einen neuen Gehweg (beziehungsweise dessen Verlängerung), Arbeiten an Kanalisation und Wasserversorgungsanlagen und die Sanierung der Brücke über den Köllikerbach. Weiter soll die Eindolung des Schönmattbächlis erneuert werden. In den Erläuterungen zur Wintergmeind schreibt der Gemeinderat, dass der Bach vermutlich beim Bau der Regionalschiessanlage eingedolt wurde.

Das Vorhaben würde eine Belastung für Abschreibung und Verzinsung von rund 41 000 Franken pro Jahr bedeuten. Hinzu kämen jährliche Kosten für die Spezialfinanzierung Wasserversorgung (600 Franken) und Abwasserentsorgung (7400 Franken). Nicht alle Punkte dieses Projekts seien notwendig, einige seien lediglich wünschbar, führt der Gemeinderat weiter aus. So etwa die Gehwegverlängerung und die Erneuerung der Eindolung. Trotzdem hält der Gemeinderat die Bewilligung aller Arbeiten für sinnvoll.

Bedeutende Anrainer

Das Gebiet Ghürststrasse ist von einiger Bedeutung. Neben der Maschinenfabrik Retus, einem Kölliker Traditionsunternehmen, haben dort in jüngerer Zeit zwei Grossfirmen Fuss gefasst. Anfang 2016 gab der St. Galler Werkstoffhändler Debrunner Acifer sein Zofinger Verteilzentrum auf und erstellte in Kölliken auf 11 000 Quadratmetern ein Logistikzentrum für 40 000 technische Artikel aus den Bereichen Werkzeuge, Maschinen, Befestigungstechnik und Arbeitsschutz. Zukünftiger Nachbar auf der anderen Strassenseite ist der französische Tiefkühl-Konzern Stef, der momentan für 35 Millionen Franken ein Logistikzentrum baut, wo 140 Arbeitsplätze geschaffen werden. Hauptabnehmer seiner Dienste wird der Schweizer Molkeriese Emmi sein.

Nimmt die Gmeind den Antrag an, soll der Hauptanteil der Arbeiten an der Ghürststrasse bis Herbst 2019 abgeschlossen sein.