Unterkulm

Schnell wie der Wind

Langläufer Martin Dätwyler (r.) mit «aargauSüd impuls»-Geschäftsführer Herbert Huber.

Langläufer Martin Dätwyler (r.) mit «aargauSüd impuls»-Geschäftsführer Herbert Huber.

«AargauSüd impuls» befasste sich mit einem beeindruckenden Sportler und einem kühnen Energieprojekt.

Zweimal pro Jahr kommen die Abgeordneten des Regionalplanungsverbands aargauSüd impuls zusammen, und turnusgemäss oblag es der Gemeinde Unterkulm, das Treffen dieses Mal auszurichten. Beziehungsweise: Den Apéro zu spendieren. «Speditiv» wolle man die ordentlichen Traktanden abhandeln, versprach Präsident Martin Widmer (Oberkulm) – und hielt Wort.

«Unspektakulär» seien sowohl die Rechnung 2018 als auch das Budget 2019 mit einer Schwarzen Null, sagte Vizepräsident Bruno Rudolf (Reinach), im Verband zuständig für die Finanzen. Er freue sich vielmehr darauf, den Überraschungsgast des Abends interviewen zu dürfen, gab er später zu verstehen. Der Verband hatte Martin Dätwyler geladen: Der 50-Jährige ist zum 10. Mal schnellster Aargauer am Engadin Skimarathon geworden – auf den wesentlich jüngeren Sieger Dario Cologna hatte er nur rund 10 Minuten Rückstand. «Nach zehn Kilometern war er noch neben mir», erzählte Dätwyler lachend. Der gelernte Plattenleger und heutige Lastwagenfahrer ist in Menziken aufgewachsen. Heute wohnt er im eigenen Haus in Gontenschwil.

Als Anfänger an den «Engadiner»

Erst mit 34 Jahren brachte ihn seine Walliser Partnerin erstmals auf die Langlaufski – drei Monate später fuhr er seinen ersten «Engadiner». Seine bisher wohl verrückteste Leistung: Am «Gommerlauf» fuhr er am Samstag den Halbmarathon zweimal (einmal Skating, einmal klassisch), am Sonntag dann den ganzen Marathon. Das geht nur mit intensivem Trainingsprogramm, im Sommer wie im Winter – und mit einem verständnisvollen Umfeld: «So eine Freundin wie meine kann man sich nur wünschen. Sie lässt mich machen.»

Dätwylers Schilderungen liessen die Zuhörer beeindruckt zurück. Die Leistung verlangte nach Anerkennung: Eigentlich hätte Dätwyler ja mindestens eine Nomination für den «Aargauer Sportler des Jahres» verdient, hiess es: Worauf ihn «aargauSüd impuls»-Geschäftsführer Herbert Huber kurzerhand zum «Aargau Süd Sportler des Jahres» kürte.

Windräder auf Stierenberg

Die Abgeordneten und ihre Gäste staunten nicht nur ob des Sportlers, sondern auch angesichts des Windenergie-Projekts auf dem Stierenberg (westlich von Menziken). Die Initianten, das Landwirte-Paar Priska und Roland Wismer-Felder aus Rickenbach LU, stellten ihr Projekt vor. Geplant sind drei Windräder, je 180 Meter hoch, die in Abstand von 300 Metern zueinander stehen sollen. Die Initianten rechnen mit einem Stromertrag von rund 20,7 Gigawattstunden pro Jahr, was 4600 Haushalte versorgen könne. Sie rechnen mit einer Investition von 20 Mio. Franken, «finanziert von Bürgern». Die Windräder höre man im Siedlungsgebiet nicht, und der Schattenwurf betrifft laut Initianten kein Aargauer Gebiet. «Man wird die Windräder aber auch vom Aargau her sehen, das schleckt keine Geiss weg.»

«Die Windräder werden sichtbar sein», sagt Initiantin Priska Wismer-Felder. Die Visualisierung zeigt die Ansicht mit der Kirche Pfeffikon.

«Die Windräder werden sichtbar sein», sagt Initiantin Priska Wismer-Felder. Die Visualisierung zeigt die Ansicht mit der Kirche Pfeffikon.

   

Der Unterkulmer Gemeindeammann Emil Huber wollte wissen, ob das dann «blinke wie ein Casino». Die Initianten betonten, es gäbe nur an den Masten Blinklichter, nicht aber an den Rotorblättern. Und auf die Frage nach Gefahre für Vögel und Fledermäuse sagten sie, punkto Fledermäuse gebe es fixe Abschalt-Pläne (zu den Zeiten, wenn die Tiere ausfliegen) und Kompensationsmassnahmen. Sicher gefährdet seien lokale Rotmilan- und Bussard-Pärchen, man müsse eine Interessensabwägung vornehmen.

Das Projekt ist in der Vorprüfung beim Kanton Luzern und soll im Laufe des Jahres öffentlich aufgelegt werden. Im Idealfall wolle man die Anlage 2021 in Betrieb nehmen, so die Initianten, aber sie rechnen mit Einsprachen. Sowieso braucht es einen Gemeindeversammlungsbeschluss zur Umzonung (Gemeinde Rickenbach LU).

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1