Es steht mitten auf der Talebene neben der Suhrentalstrasse: das Schützenhaus Hügeli in Schöftland. Einsprachen, aber auch der Mangel an Schützenmeistern haben dazu geführt, dass der Schützenverein Schöftland den Schiessbetrieb dort vor dreieinhalb Jahren einstellen musste.

Jetzt könnte aus dem Gebäude eine der kantonsweit grössten Jagdhütten werden. Innerhalb der Jägerschaft ist bereits ein Problem gelöst: Denn die Hütte liegt im falschen Revier. Die Jagdgesellschaft Suhrental (Präsident Ulrich R. Stucky, Weinkellereien Aarau) musste der Jagdgesellschaft Schöftland Ost (Präsident Hanspeter Flückiger, Ehemann von Nationalrätin Sylvia Flückiger) schriftlich gestatten, dass ihre Jäger, Jagdfunktionäre und Gäste auf das Grundstück (mit entladenen Waffen) zufahren und sich dort aufhalten dürfen.

Dieses Schreiben ist Teil des Baugesuches der Jagdgesellschaft Schöftland Ost, das noch bis am 30. Juli öffentlich aufliegt. Mit dem Baugesuch soll die Umnutzung des in der Landwirtschaftszone gelegenen Gebäudes ermöglicht werden.

Schützenstube mit 35 Plätzen

Die neun Jäger zählende Jagdgesellschaft sucht schon eine ganze Weile nach einer neuen Hütte. «Unsere alte in der Kiesgrube Hubel wurde letztes Jahr abgebrochen. Deshalb wäre die Lösung mit dem Schützenhaus ideal», sagt Präsident Hanspeter Flückiger. Die Jäger wollen das Haus für ihre Jagdanlässe und als Lager nutzen (ohne Gewehre und Munition).

Die Hütte würde nur für eigene Anlässe benutzt, vermietet werden soll sie nicht. Das Gebäude ist vergleichsweise gross. Allein die Schützenstube hat etwa 35 Sitzplätze.

«Ungemein wichtig»

Das Schützenhaus und die umgebende Parzelle gehören dem SV Schöftland. «Für den Schiessverein ist der Erhalt des Schützenhauses ungemein wichtig», schreibt SV-Präsidentin Jolanda Fretz. «Die Umwandlung in eine Jagdhütte ist die perfekte Lösung und wir hoffen, dass der Kanton seine Zustimmung zur Umnutzung gibt.» Nach dem Verkauf würde sich der SV Schöftland auflösen und die Akten einlagern.

Und der Scheibenstand? Der würde saniert und rückgebaut. Gemäss Gemeindeschreiber Patrick Amrein will die Gemeinde noch dieses Jahr alles aufgleisen, damit die Finanzierung gesichert ist. Die Kosten können bis zu 250 000 Franken betragen, einen Teil davon wird der Bund übernehmen.

Der Niedergang des SV Schöftland ist irgendwie typisch: Seine Anlage kam in die Jahre. Dazu hatten Anwohner mittels Einsprachen dafür gesorgt, dass nur noch 12 Schiesshalbtage durchgeführt werden konnten – viel zu wenige für ein funktionierendes Vereinsleben. Und schliesslich gab es einen immer grösser werdenden Mangel an Schützenmeistern. «Diese sind nicht einfach zu finden, ist der Schiesssport doch nicht mehr populär», sagt Präsidentin Jolanda Fretz.

Nach der Betriebseinstellung in der Anlage Hügeli (Ende 2014) dislozierten die Schöftler zu ihren Freunden nach Staffelbach. Doch die Gemeinde war nicht bereit, sich dort einzukaufen. Inzwischen hat sie eine Lösung mit der Regionalschiessanlage Ghürst in Kölliken gefunden.

Am Schützenhaus hatte ein Dartclub grosses Interesse, doch Anwohner reichten dagegen Einsprachen ein und der Kanton verweigerte die Umnutzung. Seither wurde die Schützenstube Schöftland ab und an vermietet – und alles andere lag brach.