Zum Auftakt der Jugendfestwoche ist in Schöftland das 6,7-Millionen-Franken teuere Schulzentrum eingeweiht worden. Zehn Jahre sind vom Entwurf des Konzepts bis zum Einweihungsapéro gestern Abend verstrichen, wie der Schöftler Ammann Rolf Buchser (FDP) in seiner Ansprache sagte. Entstanden ist ein dreistöckiges Gebäude aus Holz, von dem über 90 Prozent aus Schweizer Wäldern stammt. Die Weisstannen, aus denen die Fassade gefertigt wurde, standen gar einst im Schöftler Wald.

Mit vorvergrauter Holzfassade: Das neue Schulzentrum der Schule Schöftland.

Mit vorvergrauter Holzfassade: Das neue Schulzentrum der Schule Schöftland.

Man habe grossen Wert darauf gelegt, dass einheimisches Holz verwendet werde, sagte der für den Bau zuständige Gemeinderat Daniel Wehrli (SVP). Damit die Mehrkosten gedeckt waren, die das Schweizer Material ausmachte, hatten die Ortsbürger einen Kredit von 100'000 Franken genehmigt. Mit umgerechnet nur 1,4 Prozent der gesamten Baukosten sei dies eine verhältnismässig kleine Summe, um dafür einheimisches Holz verbauen zu können, so Wehrli weiter. «Die Baustelle inmitten von Schulhäusern war eine Herausforderung», meinte er. Oberstes Ziel während der 20 Monate dauernden Bauarbeiten sei deshalb gewesen, dass keinerlei Unfälle passieren. «Und das ist uns gelungen.»

Umweltbewusstes Konzept

Holz ist nicht die einzige Portion Natur, die im neuen Schulzentrum steckt. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage installiert. Zudem wird der Abfall im jüngsten Mitglied der Schöftler Schullandschaft getrennt. Die Abfalltrennung, erklärte Architekt Adrian Kiener, solle auch zum Thema Umgang mit Abfall sensibilisieren. Ziel sei es, Mülltrennungssysteme auch in den anderen Schulliegenschaften zu installieren. Sein Architektenpartner Dieter Fierz wies darauf hin, dass die Umgebung des Neubaus, kaum waren die Umzäunungen aufgehoben, bereits von Schülerinnen und Schülern erobert worden war: «Sie haben bereits Verbindungswege zwischen den Schulhäusern und neue Plätze entdeckt – und heute Nachmittag haben zwei Mädchen bereits in einem der Brunnen gebadet».

Gemeinderats-Vertreter Jonas Waltisberg, Max Hauri, Francisco Baños, Liliane Brunner, Renate Egli, Walter Brunner, Martina Bolliger, Beatrice Meili und Uschi Dätwyler (v.l.).

Gemeinderats-Vertreter Jonas Waltisberg, Max Hauri, Francisco Baños, Liliane Brunner, Renate Egli, Walter Brunner, Martina Bolliger, Beatrice Meili und Uschi Dätwyler (v.l.).

Im Gebäude drin ist für Kinder und Jugendliche aber nur das Erdgeschoss vorgesehen, wo sich der Mittagstisch befindet und wo sie auch ihre Hausaufgaben erledigen können. In den oberen Stockwerken geht das Lehr- und Schulverwaltungspersonal ein und aus. Da sind Schulsekretariat, Mediathek, Schul- und Stufenleiterbüros, und Besprechungszimmer. Eines davon ist das Lehrerzimmer, das für die Lehrpersonen (aktuell sind es 80) aller Schulstufen gemacht ist. In den Schulhäusern wird dadurch nun Raum frei, der zu zusätzlichen Klassen- und Mehrzweckzimmern umgebaut wird. Diese sind hinsichtlich der Integration der Kreisschule Oberstufe Oberes Suhrental (KOOS) höchst willkommen. «Mit dem Ausbau der Schulinfrastruktur ist Schöftland bereit für die Erweiterung der Schullandschaft», sagte Ammann Buchser.

Nach dem Schulbau ist vor dem Schulbau: Vor einer Woche hat die Schöftler Sommergmeind grossmehrheitlich einen Kredit von 4,3 Millionen Franken für einen neuen Vierfach-Kindergarten zugestimmt. Er kommt auf das Schulgelände zu stehen, dort, wo jetzt der Kindergarten «Dorf» steht und wird dereinst auch der Chindsgi für jene Kinder sein, die heute noch in den «Schützenmattweg» gehen.