«Das Datum ist bewusst gewählt», sagte aargauSüd Präsident Martin Widmer. «Wir setzen heute einen Mosaikstein zur Verschönerung und Erhaltung unseres Landschaftbildes.»

Und dieses Setzen war durchaus wörtlich zu nehmen. Die aufgereihten Schaufeln – für einmal nicht nigelnagelneue – und zwei grosse Pflanzlöcher deuteten auf etwas Besonderes hin.

AargauSüd feierte den Start des von ihm geleiteten Landschaftsqualitäts-Projektes (LQP) mit einer Trauung. Die frischvermählten Ehepartner sind eine Eiche und eine Linde.

Die beiden Bäume wurden nebeneinander am Wegrand östlich des Trolerhofes gesetzt. «Hölzerne Ehepaare sind eine alte Tradition in unserer Region», erklärte Ruedi Weber.

Er bewirtschaftet seit bald dreissig Jahren den Trolerhof und hat bereits viel getan für die Biodiversität auf seinem Land. Die Eltern hätten ihn in seiner Kindheit auf diese Baumpaare aufmerksam gemacht, sagte Weber. «Die stehen 300 Jahre nebeneinander und trotzen manchem Sturm», habe die Mutter jeweils gesagt.

Die Landschaft aufwerten

Das neu gestartete Landschaftsprojekt stehe ganz im Zeichen der neuen Landschaftspolitik, sagte Ruedi Weber. Nach dem Wegfall der Direktzahlungen an die Landwirte für die Tierhaltung würde nun die Arbeit zur Erhaltung und Pflege der Landschaft entschädigt. Eines sei für ihn als Bauer klar: «Wir können heute fast alles importieren, nur die Landschaft nicht.»

So sei es zu verstehen, wenn heute die Landwirte zu praktizierenden «Grossflächen-Agrar-Designern» würden, sagte Weber schmunzelnd. Das Projekt sei eine gute Sache.

Zuerst habe es zwar befremdet, als Landschaftarchitekten gekommen seien und erklärt hätten, wie schön die Landschaft hier im Wynental sei. Für ihn sei klar, die Landschaftspflege dürfe nur ein Teil seiner Arbeit sein, das Wichtige bleibe die Produktion von gesunden Nahrungsmitteln.

Landschaftsarchitekt Emil Hänni umriss kurz die möglichen Massnahmen, welche die Landwirte ergreifen können (siehe Artikel rechts). Rund 2000 bis 3000 Franken seien auf einem Hof an Beiträgen pro Jahr zu erwarten. 90 Prozent davon finanziert der Bund.

Entschädigt werden mit diesen Zahlungen der erhöhte Arbeitsaufwand der Landwirte und auch ein möglicher Ertragsausfall, je nach Projekt. Gegenwärtig sind 13 von 14 Regionalplanungsverbänden im Kanton aktiv und unterstützen die Landwirte in der Umsetzung.