Suhrental

Sind die Borkenkäferschäden 2020 schlimmer denn je?

Ein Borkenkäfer krabbelt über die Unterseite einer Fichtenrinde. (Archivbild)

Ein Borkenkäfer krabbelt über die Unterseite einer Fichtenrinde. (Archivbild)

Der Forstbetrieb Leerau-Rued warnt davor, zu viel Käferholz im Wald stehen zu lassen.

Vor lauter Corona geht fast vergessen, dass es auch noch Probleme gibt, die uns schon jahrelang beschäftigen. Dazu gehört der Borkenkäfer. Der Forstbetrieb Leerau–Rued stellt eine düstere Prognose: «Der Anfall von Käferholz dürfte sich leider 2020 gegenüber dem Rekordjahr 2019 nochmals erhöhen», heisst es in den Moosleerber Gemeindenachrichten.

2019 sind in den Wäldern des Forstreviers mindestens 4500 Kubikmeter Nadelholz, davon die Hälfte in einem Privatwald in Schlossrued, hauptsächlich wegen des Borkenkäferbefalls abgestorben. «Betroffen waren vor allem Fichten und Tannen, aber auch Föhren und Lärchen.»

Das Holz loszuwerden, ist schwierig: Der Absatz für Industrie- und Energieholz sei sehr gering. Knapp ein Viertel des Schadholzes aus 2019 musste deshalb im Wald stehen bleiben. Weil die milden Temperaturen und die geringen Niederschläge im Frühjahr 2020 für den Borkenkäfer optimal waren, sind bereits wieder neue Schäden deutlich sichtbar. «Hotspot ist dabei erneut der Privatwald in Schlossrued.»

Das Problem: «Im Moment ist es schwer möglich, die befallenen Bäume bis zum Abschluss der Entwicklung der Käfer konsequent aus dem Wald zu entfernen. Falls das Käferholz nicht unmittelbar abgesetzt werden kann – und das in einem schwierigen Markt – entstehen dem Waldeigentümer signifikante Kosten.

«Der Waldeigentümer muss sich entscheiden, ob er bereit ist, die Kosten zu tragen, oder ob er die Variante ‹stehen lassen› wählt», heisst es in der Mitteilung des Forstbetriebs. Letzteres habe ebenfalls Nachteile: «Das dürre Holz wird schnell instabil, und die Unfallgefahr für Freizeitbesucher im Wald sowie Mitarbeiter der Forstbetriebe und Freizeitholzer steigt.» (nro)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1