Menziken
SP Kulm feierte den 1. Mai bereits am Vorabend

Die Rednerin und die beiden Redner waren sich einig: Der Tag der Arbeit ist heute nötiger denn je. Die Errungenschaften der Arbeiteterbewegung müssen verteidigt werden.

Peter Siegrist
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Für festliche Stimmung und gute Laune sorgten die «AeschBer Singers» aus Aesch und Beromünster mit ihren Darbietungen im Gemeindesaal Menziken. Peter Siegrist

Für festliche Stimmung und gute Laune sorgten die «AeschBer Singers» aus Aesch und Beromünster mit ihren Darbietungen im Gemeindesaal Menziken. Peter Siegrist

Rot war die vorherrschende Farbe an der traditionellen Maifeier des Bezirks Kulm. Auf der Bühne im Menziker Gemeindesaal stand eine rote Flagge, die Tisch-Sets waren rot, die Schürzen der servierenden Genossen waren rot. An den Wänden hingen grosse Banner mit aktuellen Polit-Forderungen. Dies die Staffage für den Traditionsanlass der Sozialdemokraten und Gewerkschafter des Bezirks. «Mehr Schutz, Lohn und Rente» oder «Arbeit, Lohn und Rente, statt Profit und Gier» war da zu lesen.

In diese Richtung zielten auch die drei Referenten des Abends. Vizeammann Alfred Merz begrüsste die Gäste und versprach einen Höhepunkt nach dem andern. Merz wies in kurzen Worten darauf hin, dass der 1.Mai, der im oberen Wynental schon länger am Vorabend des Tags der Arbeit gefeiert werde, der Tag der Solidarität sei. «Ich wünschte mir mehr Solidarität unter den Gemeinden.» Es sei nicht richtig, wenn man eine Steuerfussschere von 60 bis zu 126 Prozent einfach toleriere.

Den effektiven Höhepunkt des Abends setzte der neunköpfige Chor, die «AeschBer Singers» aus Aesch und Beromünster. Die Männer und Frauen überraschten mit auf hohem Niveau vorgetragenen Madrigals, alten Volksliedern und Nocturnes von Mozart. Keine Lieder aus der Arbeiterliteratur, sondern mehrstimmige Chorwerke aus der klassischen Musik liessen die Genossinnen und Genossen lang applaudieren.

Zwar schon viel erkämpft

SP Nationalrätin Yvonne Feri aus Wettingen wies in ihrer Ansprache auf die sozialen Errungenschaften hin, welche die Arbeiterbewegung in über 100 Jahren erkämpft habe: «Achtstundentag, Fünftagewoche, Mindestlöhne.» Feri sagte: «Eines ist gleich geblieben: Viele Menschen arbeiten noch heute zu unfairen Löhnen.» Der grosse Teil der Bevölkerung arbeite hart und spüre, dass Arbeit auch Stress, Depressionen und Herz-Kreislaufprobleme verursache.

Feri erläuterte den Besuchern der Maifeier vier aktuelle sozialpolitische Forderungen. «Es darf kein Lohndumping geben», erklärte Feri, «deshalb die Forderung nach der Solidarhaftung. Weiter unterstützt Feri die Initiative «Grundeinkommen für alle». Die reiche Schweiz könne sich das leisten. Ebenso sei es an der Zeit, die Weiterbildung allen zu ermöglichen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.

Unia Gewerkschaftssekretär Pascal Pfister erklärte, es dürfe nicht sein, dass profitable Firmen Stellen abbauten oder wie die Chocolat Frey AG die Schichtzulagen streichen. «Da müssen wir uns für und mit den Angestellten zur Wehr setzen», erklärte Pfister. Mitarbeiter, die sich für die Gewerkschaft engagierten, sollten mit besseren Gesetzen geschützt werden. «Wir müssen zusammenstehen und unsere Errungenschaften verteidigen», forderte Pfister.

Nach einem letzten Chorvortrag liessen die Besucher den Abend in Geselligkeit ausklingen, und dabei hatten sie den 1. Mai noch vor sich.

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