Kölliken

Sprungbrett für alle europäischen Kunden: Logistik-Riese Stef weiht neue Frigo-Drehscheibe ein

Offizielle Eröffnung des Stef-Logistikzentrums in Kölliken (v.l.): Stanislas Lemor (stellvertretender Generaldirektor Stef), Mario Schegner (Gemeindeammann Kölliken), Pierre-Alain Frossard (Direktor Stef Schweiz), Michel Christe (VR-Präsident Stef Schweiz).

Offizielle Eröffnung des Stef-Logistikzentrums in Kölliken (v.l.): Stanislas Lemor (stellvertretender Generaldirektor Stef), Mario Schegner (Gemeindeammann Kölliken), Pierre-Alain Frossard (Direktor Stef Schweiz), Michel Christe (VR-Präsident Stef Schweiz).

Der französische Logistik-Riese Stef hat gestern Freitag seinen 35-Millionen-Franken-Neubau an der A1 in Kölliken gefeiert.

Von der A1 aus ist der gigantische Bau nicht zu übersehen. Von der Strasse aus, die zur Entsorg-Bar der Transport AG Aarau führt, noch weniger: Fast das ganze Wegstück führt dem Koloss entlang, den der französische Logistik-Riese Stef hier mit einem Investitionsvolumen von 35 Mio. Franken realisiert hat. Gestern fand – mit über 100 Gästen – die offizielle Einweihung des neuen Stef-Logistikzentrums in der Deutschschweiz statt.

Stef gilt als Europas führender Spezialist für temperaturgeführte Transport- und Logistikdienstleistungen. Die Gruppe, die an über 230 Standorten in sieben europäischen Ländern rund 18 000 Mitarbeitende beschäftigt, erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von fast 3 Milliarden Euro.

In Kölliken beschäftigt Stef momentan 50 Mitarbeitende; darunter sind 30 Neuangestellte. In den nächsten drei Jahren sollen 70 weitere zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Mit einer Gesamtfläche von 8500 Quadratmetern und 18 000 Palettenstellplätzen ist die Kölliker Logistik-Plattform nach den Worten von Michel Christe, Verwaltungsratspräsident von Stef Schweiz, die grösste, welche das Unternehmen in der Schweiz betreibt.

Der neue Standort wird künftig den Kern des Stef-Geschäftes in der Schweiz bilden und in dem 90 000 Kubikmeter fassenden Gebäude Lager- und Umschlagsflächen mit zwei Temperaturzonen (–25 °C und +2 °C/+4 °C) bieten.

In der Romandie unterhalten die Franzosen, die seit 1927 in der Schweiz aktiv sind, derzeit zwei Standorte (Bussigny VD, Satigny GE); Anfang 2019 soll ein dritter in Givisiez FR dazukommen. Ihr Tessiner Standbein befindet sich in Cadenazzo. In der Deutschschweiz waren sie bisher in Kriens LU daheim. Grund für den Innerschweizer Standort war das Emmi-Tiefkühlhaus, wie Pierre-Alain Frossard, Direktor Stef Schweiz, gegenüber der AZ ausführte.

«Seit 2009 sind wir für die Feinverteilung im Emmi-Glace-Geschäft zuständig.» Emmi ist der wichtigste Partner der Franzosen in der Schweiz. Im Herbst 2016 haben Stef und Emmi eine Partnerschaft für die Schaffung eines gemeinsamen Logistik- und Vertriebsnetzes für gekühlte Lebensmittel in der Schweiz vereinbart. Das zusammen mit Emmi aufgebaute Netzwerk für frische Lebensmittel, sagte gestern Stanislas Lemor, stellvertretender Generaldirektor von Stef, basiere auf der Grundlage «ebendieses Standortes in Kölliken».

Der Standort des Mega-Baus in Kölliken liegt unmittelbar neben der A1 (links, hinter dem Zaun erkennbar).

Der Standort des Mega-Baus in Kölliken liegt unmittelbar neben der A1 (links, hinter dem Zaun erkennbar).

In Kriens nämlich, fehlte, wie Pierre-Alain Frossard gegenüber der AZ erklärte, die Möglichkeit einer räumlichen Erweiterung. Das Land wurde von der bisherigen Industriezone in eine gemischte Zone Gewerbe/Wohnen umgezont. «Mit den Lastwagen», so Frossard, «verträgt sich das nicht.» Das der Generalunternehmerin Steiner AG gehörende Land in Kölliken wurde für den Neubau ausgewählt, weil es bereits in der Industriezone lag – und, wie Frossard bestätigt, wegen der Nähe zur A1 beziehungsweise zum Autobahnkreuz A1/A2.

Die Steiner AG hat als GU auch das Gebäude gebaut. «Viel geholfen», betont der Direktor von Stef Schweiz, «hat uns der damalige Gemeindeammann Fredy Gut.» Der habe gesagt: «Das ist eine Vision mit einer klaren Linie – das gefällt mir.» Auf die Frage nach weiteren Expansionsplänen in der Schweiz antwortet Frossard: «Zuerst müssen wir ‹Kölliken› verdauen; dann schauen wir weiter.»

«Heute», sagte Stanislas Lemor, der Mann aus der Pariser Zentrale bei der Eröffnungsfeier, «weihen wir einen Standort ein, der eine wichtige Rolle in der Entwicklung unseres Konzerns spielt.» Von Kölliken aus sollen nicht nur die Zentrallager von Supermärkten und Grosshändlern im ganzen Land bedient werden.

Der neue Standort ist auch als Sprungbrett für alle europäischen Kunden der Gruppe gedacht, die ihre Aktivitäten in der Schweiz ausbauen wollen. Und für alle Schweizer Kunden, die sich einen leichteren Zugang zu den Märkten West- und Südeuropas wünschen.

Autor

Ueli Wild

Ueli Wild

Meistgesehen

Artboard 1