In der Reinacher Eishalle waren am Freitag- und Samstagabend nur noch die Lufttemperaturen kühl, die Stimmung hingegen brodelte, denn je drei Profi-Tanzgruppen traten gegeneinander an und das Publikum bestimmte die Sieger. Doch die Tanzbattles waren nur das Rahmenprogramm zum Projekt «Time to Join», das Ajoke Harewood und Ruben Nunez Amaro in Zusammenarbeit mit Impuls Zusammenleben aargauSüd realisiert haben. Sechs Monate lang haben sie mit Jugendlichen aus dem ganzen Wynental eine Tanzchoreografie einstudiert sowie eine Modeschau vorbereitet. Am Wochenende folgte der grosse Auftritt, ein «Event, der Geschichte schreiben wird», wie auf dem Flyer angekündigt wurde. Neben der Tanzgruppe aus dem Wynental zeigten Schülerinnen und Schüler aus Birr-Lupfig sowie aus Brugg eine Performance.

Regelmässiges Tanzangebot

«Wie wollen die Ideen von Leuten aus der Region unterstützen», erklärte Meinrad Dörig, Verantwortlicher für die Jugend- und Freiwilligenarbeit bei Impuls Zusammenleben. Auch mit seinem guten Netzwerk konnte er zum Gelingen des Anlasses beitragen. «Diese Veranstaltung ist der erste Anlass unserer Projektförderung», sagte Dörig. «In Zukunft soll es ein regelmässiges Tanzangebot im Freizeithaus Onderwerch geben.» Seit dem letzten Oktober haben die Tänzerinnen und Tänzer wie auch die Models im «Sternen» in Menziken geprobt. Dabei kamen die Gruppen in Kontakt mit den jungen Asylbewerbern, die dort wohnen. Einige von ihnen wollten gerne mitmachen und wurden kurzerhand integriert. So entstand aus dem ursprünglichen Plan, Jugendliche aus dem ganzen Wynental zusammenzubringen, ein Projekt, das auch verschiedene Hautfarben und Kulturen miteinander verbindet.

Ajoke Harewood studierte mit neun jungen Frauen und Männern im Alter von 18 bis 24 Jahren eine Modeschau ein. «Wir wollen die Auftrittskompetenz der Jugendlichen verbessern und ihre Selbstsicherheit stärken», sagte Harewood, die in Menziken das Kleidergeschäft PA Super Store betreibt. Ramon Nunez Amaro war für den Tanzauftritt verantwortlich. «Die Schülerinnen und Schüler sollten zusammen etwas aufbauen und gemeinsam an einem Strick ziehen», erklärte er. «Das Tanztraining war sehr interessant», bestätigten die beiden Oberkulmerinnen Melanie Egli und Magdalena Mazur. Sie haben bei diesem Projekt nicht nur Jugendliche aus anderen Kulturen kennen gelernt, sondern auch Tanzbegeisterte aus einem anderen Kantonsteil.