Reinach

«Tauschen statt Kaufen» in einem riesen Kleiderschrank – der Walk-in Closet kommt gut an

In Reinach fand am Sonntagnachmittag bereits der vierte Walk-in Closet statt. Der Anlass war begehrt: bereits nach einer Stunde waren 70 Personen im Theater am Bahnhof (TaB).

Ein begehbarer Kleiderschrank – der Traum vieler. In Reinach hat er sich am Sonntag verwirklicht: Im Theater am Bahnhof (TaB) fand eine Walk-in-Closet-Veranstaltung statt, also ein riesiger Kleiderschrank, in welchem man nach Herzenslust stöbern und bis zu zehn Kleidungsstücke heimnehmen durfte.

Der Verein Walk-in Closet Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele Menschen dazu zu animieren, den eigenen Kleiderkonsum bewusster zu gestalten. Daher organisiert er an verschiedenen Orten Kleidertauschbörsen. Bis zehn gut erhaltene Kleidungsstücke dürfen für fünf Franken Eintritt abgegeben, ebenso viele mitgenommen werden. «Tauschen statt Kaufen» lautet das Motto des Vereins.

Tauschen für langlebigere Kleider

In Reinach fand am Sonntagnachmittag bereits der vierte Walk-in Closet statt. Die 25-jährige Nora Schwob ist in Reinach aufgewachsen und organisiert die Anlässe im TaB. Sie konnte sich über einen grossen Andrang freuen, bereits nach einer Stunde waren 70 Personen da. Gut, dass durch Maskenpflicht und Einbahnverkehr die Hygienevorschriften eingehalten werden konnten. «Oft ist es schwierig, fair hergestellte Kleider zu kaufen, doch durch den Tausch sind sie wenigstens langlebiger», erklärte Nora Schwob den Vorteil einer Tauschbörse.

Martina Jäggi, die eigentlich nur tauschen wollte, wegen des Ansturms aber als Helferin einsprang, wies noch auf einen anderen Punkt hin. «Der Walk-in Closet ist auch eine gute Sache für Leute mit wenig Geld», sagte sie und fügte hinzu: «Eben hat eine Besucherin geschwärmt, es sei hier wie im Paradies.»

Auch Ricardo Peña, der mit der ganzen Familie den Anlass besuchte, fand, dass die Tauschbörse das Budget entlaste. «Vor allem bei unserer 15-jährigen Tochter», erklärte er. Obwohl männliche Besucher weit in der Unterzahl waren und daher nicht besonders viele Herrenkleider zur Auswahl standen, fand er zwei Hosen und zwei T-Shirts. «Der Pullover und die Hose, die ich trage, sind auch aus einem Walk-in Closet», berichtete der 53-jährige Beinwiler.

Freude an verschiedenen Stilrichtungen

Den meisten Besucherinnen liegt viel daran, Kleider nicht zu verschwenden. «Es wird zu viel gekauft und nicht angezogen, deshalb ist ein Walk-in Closet eine gute Aktion», erklärte die 12-jährige Yella Büchler mit Überzeugung. Auch Renate Pagnussat war froh, dass sie die Jacken und Mäntel, die sie nicht mehr tragen möchte, nicht in einen Kleidersack stecken musste, sondern zum Tauschen bringen durfte. «Dafür habe ich bereits mehrere Oberteile gefunden», schwärmte die 54-jährige Reinacherin.

Evelyn Kofler, 35, freute sich zudem über die vielen verschiedenen Kleiderstils und die grosse Diversität des Angebots. Diese kam auch Larissa Schmied zugute. Die 22-Jährige aus Veltheim war nämlich vor allem auf der Suche nach Vintage-T-Shirts und wurde auch fündig.

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