Steuersenkungen
Tempo 30 und ein Lifting für das Schloss in Schöftland

Es ist neben der Kirche das schönste Gebäude im Dorf: das Schloss mit seinen Nebenbauten. Doch wer genauer hinschaut, sieht, dass der Zustand des Schöftler Schlosses nicht über alle Zweifel erhaben ist.

Aline Wüst
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Schöftland

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Aargauer Zeitung

Die Biberschwanzziegel auf dem Dach sind defekt und müssen ausgewechselt werden, das Dach über dem Westflügel befindet sich in einem schlechten Zustand und die Fenster entsprechen in keiner Weise dem heutigen Zustand. Ausserdem muss die Fassade an verschiedenen Stellen ausgebessert und die Schindelfassade auf der Nordseite des West-Anbaus komplett erneuert werden.

Die Sanierung des Schlosses kostet rund 700000 Franken. Der Betrag von 100000 Franken wird von der kantonalen Denkmalpflege übernommen. Dies ist der grösste Kredit, über den die Schöftler an der Gmeind vom 28. November befinden müssen - aber nicht der einzige.

Widerstand gegen Tempo30?

Auf den Traktanden stehen weitere 130000 Franken für die Einführung von Tempo30 in allen Quartieren abseits der Kantons-, der Dorf- und der Aarauerstrasse. Tempo 30 sei eine kostengünstige Massnahme, um die Sicherheit in Schöftland zu erhöhen, teilt der Gemeinderat in der Botschaft mit. Da es für die Umsetzung nur wenige bauliche Massnahmen brauche. Es fallen einzig Signalisation und Markerungen an. Um die Stimmung in Schöftland zur Tempo 30 Thematik einzufangen, hat die Gemeinde eine Umfrage durchgeführt. Bei der Auswertung der lediglich 51 Talons zeigt sich, dass 8 von 10 für die Temporeduktion sind.

Gemeindeammann Hans Müller rechnet allerdings mit Widerstand bei der flächendeckenden Einführung von Tempo 30 in den Quartieren. «Ob dem Kredit zugestimmt wird, hängt sicher damit zusammen, wer an die Gemeindeversammlung kommt», sagt er. In Seon wurde vergangene Woche die Einführung von Tempo 30 auf allen Gemeindestrassen durch einen Grossaufmarsch von Gegnern an der Gemeindeversammlung abgelehnt.

Zudem wird über den Bruttoverpflichtungskredit von 388800 Franken für die Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen für die Regiowehr Suhrental abgestimmt. Auf den Traktanden ist auch eine moderate Steuersenkung um 2 auf 102 Prozent. Die Gemeinde weist schon jetzt darauf hin, dass weitere Lastenverschiebungen von Bund oder Kanton wieder eine Erhöhung des Steuerfusses nach sich ziehen könnte. Bei den Steuererträgen wird dank Bevölkerungszuwachs mit einer Zunahme von 2,5 Prozent gerechnet. Der voraussichtliche Nettoaufwand beträgt 8,4 Millionen.

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