Die Gemeinde Unterkulm bietet neu einen kleinen Online-Rechner an, mit dem schnell und einfach berechnet werden kann, ob und in welchem Mass die Gemeinde die Betreuung eines Kinds finanziell unterstützt. Abhängig ist das von Einkommen und Vermögen beider Partner.

Maximal anrechnen lassen können Eltern Betreuungskosten von 100 Franken pro Tag, wovon Unterkulm bis zu 75 Franken übernimmt. Ab einem Gesamteinkommen (einberechnet werden nur die Eltern) von jährlich mehr als 30'000 Franken nimmt der Beitrag der Gemeinde sukzessive ab. Keine Unterstützungsbeiträge erhalten Haushalte, in denen beide Partner zusammen ein Einkommen ab 110'000 Franken oder ein Vermögen ab 50'000 Franken versteuern.

Das Vermögen hat die Funktion einer Guillotine: Wer mehr als 50'000 Franken versteuert, bekommt gar keine Beiträge, wer weniger als 50'000 Franken versteuert, wird für die Bestimmung der Höhe der Beiträge einzig an seinem Einkommen gemessen. Bei einem Vermögen von weniger als 50'000 Franken spielt die Höhe desselben also keine weitere Rolle für die Berechnung der Beiträge.

Die Gemeinde gewährt Zuschüsse für maximal 236 Tage im Jahr und übernimmt maximal 75 Franken pro Tag. Daraus ergibt sich ein mögliches Maximum von 17'700 Franken pro Kind und Jahr. Bei beispielsweise 190 Schultagen im Jahr ergäbe sich ein Maximum von jährlich 14'250 Franken pro Kind.

Die Gemeinde leistet diese Beteiligung an den Kosten der sogenannten familienergänzenden Kinderbetreuung mittels Betreuungsgutscheinen für Kinder im Vorschul- und im Schulalter. Damit die Unterstützung bezogen werden kann, müssen Erziehungsberechtigte und die Kinder ihren Wohnsitz in Unterkulm haben.

Hohe Beiträge für Wenigverdiener

Praktisch bedeutet das, dass eine Familie, in der ein Partner monatlich 6000 Franken verdient und der andere in Teilzeit 1500 Franken beisteuert, maximal 15.75 Franken pro Betreuungstag erhalten kann. Der Mittagstisch und drei Lektionen schulergänzende Kinderbetreuung kosten zusammen 48.50 Franken pro Tag. Daran würde Unterkulm in diesem Fall 7.65 Franken beisteuern. Erst bei niedrigeren bis sehr niedrigen Einkommen trägt die Unterstützung stärker: Ein alleinerziehender Vater mit einem Einkommen von 3000 Franken im Monat erhielte für dieselbe Betreuung 31.30 Franken pro Tag, selber bezahlen müsste er noch 17.20 Franken. Auch in diesem Beispiel käme der Vater noch auf bis zu 344 Franken, die er monatlich selber beisteuern muss.

Unterkulm hält die Berechnung der Beiträge bewusst einfach. So verlangen etwa Aarau und Suhr deutlich mehr Variablen, um die Leistungen zu bemessen. «Das ist Absicht», sagt Gemeindeschreiber Beat Baumann: «Wir haben den Sozialtarif, daneben muss der Rest klar sein. Das passt dazu, dass sich Unterkulm die Familienfreundlichkeit ins Motto geschrieben hat». Eine Änderung hat es gegeben: Früher wurden auch die Arbeitspensen der Eltern in die Berechnung miteinbezogen. «Doch wir haben gemerkt, dass das nicht mehr zeitgemäss ist. Heute gibt es sehr viele flexible Arbeitsverhältnisse, die immer wieder ändern können. Das ist auf Dauer für beide Seiten zu kompliziert, deshalb haben wir den Einbezug der Pensen abgeschafft», sagt Baumann.

Der Rechner sei das einzige Angebot dieser Art in der Gemeinde. Doch das digitale Angebot befinde sich im Aufbau und die Gemeinde sei stets an interessanten Lösungen interessiert, so Baumann.

Rechner auch in Aarau und Suhr

Ebenfalls einen Rechner für familienergänzende Zusatzleistungen bieten die Gemeinden Aarau und Suhr. Wobei dieser von Suhr aktuell keine Obergrenze für den Gemeindebeitrag kennt. Aarau unterscheidet bei seinem Rechner zwischen erziehenden Paaren, Alleinerziehenden und Patchwork-Familien, während Unterkulm und Suhr auf eine Differenzierung verzichten.