Grosser Rat

Überraschender Erfolg für den Kulmer WSB-Tunnel – EDU-Haller ist glücklich

«Ich bin ein Tunnel-Befürworter», sagt Rolf Haller. (Bild: Colin Frei)

«Ich bin ein Tunnel-Befürworter», sagt Rolf Haller. (Bild: Colin Frei)

Der Grosse Rat verschob gestern einen Richtplan-Entscheid und die Bewilligung eines 22-Millionen-Kredits für die WSB-Sanierung und dem damit verbundenen Neubau des Böhlerknotens.

Es ist für den Zetzwiler EDU-Grossrat Rolf Haller, 49, wohl der grösste politische Erfolg – und das, obwohl ihn vereinzelte Wynentaler Parlamentskollegen nicht einmal unterstützt haben. Und es ist für viele Unterkulmer ein Hoffnungsschimmer, dass das Verfahren demokratischer durchgeführt werden kann und ihr Traum vom 250 Millionen Franken teuren WSB-Tunnel doch noch in Erfüllung geht. Jedenfalls hat der Grosse Rat gestern mit seinem Verschiebungsentscheid ein Türchen für den – utopisch anmutenden – ganz grossen Wurf offengelassen.

Am Zug sind jetzt die Unterkulmer: Es ist zu erwarten, dass die «IG Bahntunnel» an der bevorstehenden Gemeindeversammlung vom 21. November einen Antrag stellen wird. Das Geschäft dürfte dann an der ordentlichen Sommergemeindeversammlung (wahrscheinlich) oder an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung (eher unwahrscheinlich) traktandiert werden.

Im Grossen Rat waren gestern verschiedene WSB- und Strassen-Geschäfte in Unterkulm traktandiert. Problemlos genehmigt wurden die 4,13 Millionen Franken für die Sanierung der Böhlerstrasse (Gemeindeanteil 1,4 Millionen Franken). Eine faustdicke Überraschung gab es dann aber bei der WSB-Sanierung und dem damit verbundenen Neubau des Böhlerknotens: Das Geschäft wurde zwar nicht an den Regierungsrat zurückgewiesen, aber auf Antrag von Rolf Haller mindestens bis zum 12. Mai (dann ist wegen der Fraktionssitzungen sicher eine Sitzung) hinausgeschoben – eventuell auch länger. Haller war selber überrascht, dass sein Antrag mit 71 zu 58 Stimmen so deutlich angenommen worden ist. Unterstützung kam nahezu aus allen Fraktionen. Am wenigsten von den Freisinnigen.

Haller sagt von sich: «Ich bin ein klarer Tunnel-Befürworter. Das ist die einzige Lösung, die funktionieren kann.»

Das hatten bisher weder die Experten von Regierungsrat Stephan Attiger (er wehrte sich gestern vergeblich gegen die Verschiebung) noch der Gemeinderat Unterkulm so gesehen. Primär wegen der Kosten. Die Variante, die gestern hätte in den Richtplan eingetragen und für die der Kredit hätte bewilligt werden sollen, würde 22 Millionen (Gemeindeanteil 3,7 Millionen Franken) kosten. Die Tunnellösung 250 bis 300 Millionen Franken (AZ vom 27. 4.).

Der Gemeinderat Unterkulm ist – wie der Kanton – nach der starken Opposition vom Kreisel auf die T-Kreuzung umgeschwenkt. Aber er betonte im Frühling: «Nichts machen und auf einen Tunnel warten, wollen wir auf keinen Fall.»

Jetzt wird es eine Zusatzschlaufe geben. In welcher Form und wie sich die «IG Bahntunnel Kulm» einbringen wird, ist nicht bekannt. Sie sagt, sie werde von 2000 Personen unterstützt.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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