Uerkheim
Nach Debakel um Swisscom-Antenne: Auch Sunrise will Versorgungslücke im Dorf schliessen

Gegen die Handyantenne der Swisscom auf dem Schulhaus gab es in Uerkheim zuerst heftigen Protest. Die Sunrise versucht jetzt, ihre Versorgungslücken mittels mehrerer Antennen zu schliessen.

Flurina Dünki
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Wäre ein idealer Antennen-Standort, kam aber nicht infrage: die Kirche Uerkheim

Wäre ein idealer Antennen-Standort, kam aber nicht infrage: die Kirche Uerkheim

Bild: Flurina Dünki, 10. Juni 2020

In Uerkheim soll eine Versorgungslücke für den Handy-Empfang geschlossen werden. Dieses Mal ist es nicht die Swisscom - deren Antenne auf dem Schulhausdach wurde inzwischen bewilligt - sondern die Sunrise, die dafür eine neue Mobilfunkantenne bauen will.

Gemäss des Baugesuchs, das derzeit aufliegt, will die Sunrise Communications AG für 90'000 Franken im Dorfteil Hinterwil eine neue Mobilfunkantenne bauen. Uerkheim wird von Sunrise bisher nur mit Antennenstandorten ausserhalb der Gemeindegrenze versorgt.

In der Bottenwiler Uerkenmatte, gleich über der Gemeindegrenze, steht eine Sunrise-Antenne, die «lediglich das südliche Gemeindegebiet versorgen kann», besagen die Bauunterlagen. Der Dorfteil Grossmatten/Hinterwil und auch das Dorfzentrum würden zu wenig gut abgedeckt. Konkret käme die neue Antenne auf das Dach der Autowerkstatt PSG, hinter der Autogarage Räbmatter zu stehen.

Aus den Baugesuchsunterlagen liest sich auch, dass – wie die Swisscom zuvor – die Sunrise Mühe hat, einen geeigneten Standort zu finden, um eine befriedigende Abdeckung herzustellen. Für eine lückenlose Abdeckung in den besagten Gebieten sowie den Verkehrsachsen in Richtung Zofingen und Holziken gäbe es nur zwei realistische Standorte: das Schulhaus, auf dem schon die Swisscom-Antenne stehe, und die Kirche.

Der ideale Standort ist schon besetzt

Für die Kirche hat Sunrise aber eine Absage erhalten, genauso wie für 10 andere Standorte wie etwa solchen an der Dorfstrasse, dem Breitenacker und dem Schützenweg. Eine Gemeinschaftsanlage auf dem Schulhausdach werde «durch die strengen schweizerischen Vorsorgegrenzwerte» verunmöglicht. Deshalb, so der Beschrieb im Baugesuch, konzentriere sich Sunrise mit der geplanten Antenne auf das Gewerbegebiet Grossmatten und den Abzweiger Richtung Zofingen.

Gegen die Swisscom-Antenne auf dem Schulhausdach war im Vorfeld der Wintergmeind 2019 wegen der Angst vor Strahlung auf dem Pausenplatz eine hitzige Diskussion entbrannt. Ammann Räbmatter fand gar eine Todesdrohung im Briefkasten. Die Gmeind sagte damals Nein, bei der Referendumsabstimmung dann Ja. Auch gegen das Baugesuch gab es Einsprachen, die Baubewilligung konnte schliesslich im August 2020 erteilt werden.

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