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Unia soll Baufirma Soltermann erpresst haben

Die Unia soll die Baufirma Soltermann erpresst haben

Die Unia soll die Baufirma Soltermann erpresst haben

Am 25. November findet der Nationale Protesttag der Bauarbeiter statt, organisiert durch die Gewerkschaft «Unia». Die Baufirma Soltermann wollte ihren Arbeitern nicht freigeben. Deshalb werde die Firma von der Unia erpresst, sagt der Geschäftsführer.

«Der Schweizer Baumarkt boomt. Im Gegensatz zu allen restlichen Ländern in Europa», nennt Unia-Sprecher Lutz die Ursachen für die Probleme auf den Schweizer Baustellen. Darum sei der Druck auf die Löhne und die Gefahr von Lohndumping dramatisch gestiegen. Aus diesem Grund brauche es Anpassungen im Landesmantelvertrag, erklärt Lutz.

Untragbare Arbeitsverhältnisse

Als Beispiel für das Lohndumping kennt er mehrere Fälle, in denen Bauarbeiter auf Schweizer Baustellen für einen Stundenlohn von unter zehn Franken arbeiteten. Aus der Sicht der Unia sind diese Arbeitsverhältnisse für die Arbeiter untragbar. Deshalb nahm die Gewerkschaft in Bern Verhandlungen über einen landesweiten Mantelvertrag auf.

Weil man sich in entscheidenden Punkten nicht einigen konnte, organisiert die Unia am 25. November einen nationalen Protesttag der Bauarbeiter. Christian Capacoel, ein Mitglied der Geschäftsleitung der Unia Zürich, besuchte unter anderem die Angestellten der Baufirma Soltermann auf einer Baustelle in Birmenstorf. Mittels einer Abstimmung wollte Capacoel abklären, ob die Bauarbeiter an einer Teilnahme am Protesttag interessiert wären. Die Bauarbeiter stimmten einstimmig für eine Teilnahme.

Druck durch Arbeitgeber

Laut Lutz komme es immer wieder vor, dass Baufirmen massiv Druck auf ihre Arbeiter ausüben, sich nicht an Protestaktionen zu beteiligen. Ausserdem soll Die Firma Soltermann erklärt haben, dass die Bauarbeiter für den Protesttag nicht freibekommen würden.

Capacoel versteht das nicht: «Die Bauarbeiter machen auch Überstunden für ihren Arbeitgeber. Dann sollte die Firma den Angestellten auch freigeben, um sich für ihre Rechte einzusetzen. Das ist ein Geben und ein Nehmen.»

Soltermann spricht von Erpressung

Die Unia reagiert auf das Verhalten der Soltermann aber nicht nur mit schönen Worten. Laut Radio Argovia soll die Gewerkschaft dem Bauunternehmen gedroht haben. Entweder gäben sie ihren Arbeitern am 25. November frei oder sie würden medienwirksamen auf der Baustelle in Birmenstorf streiken.

Geschäftsleiter Andreas Soltermann in den Regionalnachrichten: «Ich habe der Unia klar kommuniziert, dass ich dies als Erpressung empfinde.» Natürlich würden ihn solche Erpressungsversuche wütend machen, sagte Soltermann weiter.

Gegenüber der az wollte Soltermann keine Stellung nehmen.

«Erstaunt und enttäuscht»

Die Unia bestreitet diese Vorwürfe. Capacoel und Lutz betonen, dass man nie einen Streik geplant habe. Es fänden Protestaktionen statt, an denen sich die Bauarbeitern beteiligen können. Die Gewerkschaft erwarte, dass die Baufirmen nicht «mit Repression die legitimen Proteste der Bauarbeiter» zu verhindern versuchen. (cht)

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