Bundesgerichtsurteil

Vereiste Autoscheiben nicht gekratzt: über 15'000 Franken Strafe für einen Unfallfahrer

Die Autoscheiben waren nicht gekratzt: Fahrer bekommt 15'400 Franken Geldstrafe und 2000 Franken Busse. (Symbolbild)

Die Autoscheiben waren nicht gekratzt: Fahrer bekommt 15'400 Franken Geldstrafe und 2000 Franken Busse. (Symbolbild)

Weil er nur die Frontscheibe seines Autos freigekratzt hatte, verursachte ein Mann aus dem Wynental beim Rückwärtsfahren einen Unfall. Das Bundesgericht verurteilte ihn nun zu einer hohen Geldstrafe.

Ein Mann aus dem Wynental war im Dezember 2016 am frühen Morgen rückwärts aus der Hauseinfahrt auf die Hauptstrasse – direkt vor eine Mofafahrerin, die ausweichen musste und dabei stürzte. Sie verletzte sich leicht. Eine Zeugin, die das Geschehen beobachtet hatte, fotografierte das Auto des Mannes. Darauf war ersichtlich, dass mehrere Autoscheiben vereist waren und die Heckscheibe erst langsam durch die Heizdrähte freigeschmolzen wurden. Der Fahrer selbst hatte bei der Polizei eingeräumt, nur die Frontscheibe freigekratzt zu haben.

Das Bezirksgericht Kulm sprach den Fahrer vom von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwurf der fahrlässigen groben Verkehrsregelverletzung durch Inverkehrbringen eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs frei, verurteilte ihn aber Missachtung des Vortritts beim Rückwärtsfahren zu einer bedingten Geldstrafe von 6600 Franken und einer Busse von 1200 Franken.

Sowohl der Fahrer als auch die Staatsanwaltschaft führten dagegen Beschwerde. Das Obergericht folgte der Staatsanwaltschaft respektive deren Vorwürfe und erhöhte die Geldstrafe auf 15'400 Franken, die Busse auf 2000 Franken.

Der Autofahrer gelangte daraufhin ans Bundesgericht, das nun aber der Vorinstanz recht gibt (Entscheid: 6B_761/2019). Der Autofahrer ist nun definitiv schuldig gesprochen und trägt die Verfahrenskosten (3000 Franken alleine vor Bundesgericht). Er wird auch mit einem Führerscheinentzug durch das Strassenverkehrsamt rechnen müssen.

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