SVP

Verhindern sie, dass Kulm ein frauenfreier Bezirk wird?

SVP-Kandidatinnen Barbara Weber-Müller (l.) und Barbara Borer-Mathys vor dem Schloss Rued.

SVP-Kandidatinnen Barbara Weber-Müller (l.) und Barbara Borer-Mathys vor dem Schloss Rued.

Die SVP hat nachnominiert und tritt jetzt mit zwei Barbaras an.

Der Bezirk Kulm war für Frauen stets ein schwieriges Pflaster: 2016 schafften immerhin zwei die Wahl. Doch dann trat die Überfliegerin Karin Bertschi (SVP, damals Leimbach) vorzeitig zurück. Und jetzt verzichtet Renate Gautschy (FDP, Gontenschwil) nach vier Legislaturen auf eine Wiederwahl.

Bei der FDP scheint eine Frauenwahl eher unwahrscheinlich. Alles andere als ein Comeback von Adrian Meier (30, Menziken) wäre eine Überraschung. Er wurde vor vier Jahren wegen eines Sitzverlustes abgewählt. Ob die Freisinnigen den zweiten Sitz zurückholen? Sie hoffen das – ebenso wie die Genossen. Die SP hat seit dem guten Abschneiden bei den Nationalratswahlen 2019 Oberwasser: Sie wirbt mit der Affiche «zweitstärkste Wählerpartei».

Ob allerdings ein allfälliges zweites Mandat an Anja Gestmann (57) gehen würde, ist fraglich: Die Gemeinderätin ist zwar hinter dem Bisherigen Alfred Merz (65, Menziken) topgesetzt, ihre Herkunft aus Schöftland aber in der Kulmer SP eher kein Vorteil.

«Es braucht Frauen, die es wagen, nach vorne zu stehen»

Alle neun Kulmer Sitze von Männern besetzt? Verhindern könnte diese Horrorvorstellung der Frauen die SVP. Sie hat im letzten Moment noch nachgerüstet und tritt jetzt mit zwei Frauen, zwei Barbaras, an. Ende Juni hatte der SVP an der Nominationsversammlung noch eine Kandidatin oder ein Kandidat gefehlt – was kein Ruhmesblatt war für die Bezirkspartei, die 2016 mit über 42 Prozent die Wählerstärkste im ganzen Kanton war.

Doch dann, noch am gleichen Abend, fand sich eine Kandidatin. Im Anschluss an die Versammlung beschloss Barbara Weber-Müller (50, Menziken) sich aufstellen zu lassen. Ein derartiges Engagement ist für die Mutter von drei erwachsenen Kindern, die als Detailhandelsfachfrau arbeitet, Neuland. Sie hat sich bisher vor allem im ehrenamtlichen Bereich, etwa im ­Elternrat, engagiert.

Zu ihrer Kandidatur sagt sie: «Es braucht Frauen aus dem Volk, die es wagen nach vorne zu stehen.» Barbara Müller ist als Bauerntochter in Unterkulm aufgewachsen. In einem klassischen SVP-Haus.

Alle vier SVP-Männer sind wieder am Start

Die SVP mit der Muttermilch mitbekommen hat auch deren Kulmer Spitzenkandidatin, die Bezirksparteipräsidentin Barbara Borer-Mathys (37, Holziken). Ihr Vater ist alt Nationalrat Hansueli Mathys. Nach dem Sitzgewinn 2016 werden die Wahlen für die SVP, so Barbara Borer, «nicht ganz einfach»: «Wir hoffen, dass wir den vierten Sitz behalten können.» Sämtliche vier Bisherigen, ausschliesslich Männer, treten wieder an.

Auch bei den Grünen, der EVP und der EDU möchten die aktuellen Grossräte Severin Lüscher (57, Schöftland), Uriel Seibert (29, Schöftland) und Rolf Haller (50, Zetzwil) wiedergewählt werden. Eine Überraschung könnte es am ehesten bei der EDU geben. (uhg)

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