Anfang Jahr sah in der Schulpflege Kölliken alles gut aus. Alle Sitze waren besetzt, für die zurückgetretene Kathrin Schlatter konnte mit Christian Fischer ein Nachfolger gefunden werden.

Die Vollständigkeit war aber nur von kurzer Dauer: Nach zwei Wochen trat Christian Fischer bereits wieder zurück, die Sitzungszeiten der Schulpflege liessen sich nicht mit seinen Terminmöglichkeiten harmonisieren. «Bevor sich jemand für die Wahl anmeldet, erwarte ich, dass sich derjenige bei der Schulpflege vor Ort über den zeitlichen Aufwand und die Aufgaben informiert», sagte damals Schulpflege-Präsidentin Petra Bitterli.

Rechtlich gesehen hätte Fischer bis zu den Ersatzwahlen im Amt bleiben müssen. «Er hätte aber praktisch nie an den Sitzungen teilnehmen können, deshalb hat es keinen Sinn gemacht, dass er sich in das Amt einarbeitet», sagt sie nun.

Die Schulpflege bestand deshalb seit dem Rücktritt von Fischer nur aus vier Personen. «Das war eine intensive Zeit, bei mir sind einige zusätzliche Aufgaben gelandet», sagt sie. Man habe gemacht, was gemacht werden musste, neue Themen und Projekte wurden aber keine angerissen.

Bei einer Demission blieb es aber nicht: Christine Rohrer reichte nach fünf Jahren als Mitglied der Schulpflege aus persönlichen Gründen den Rücktritt ein, ebenso wie Willi Suter, der drei Jahre in der Schulpflege war.

Ein Blick zurück zeigt: In den letzten Jahren gab es immer wieder Vakanzen in der Schulpflege, die meist nur mit Müh und Not besetzt werden konnten. Eine Vermutung dafür hat Petra Bitterli: «Es ist ein Amt, das viel zu tun gibt und Zeit in Anspruch nimmt.»

Jetzt aber sieht es ganz danach aus, dass die Schulpflege bald wieder vollständig ist: Für die Ersatzwahl stellen sich vier Kandidaten zur Verfügung. Innerhalb der Anmeldefrist haben sich Ursula Hassel (1970/ohne Partei) und Marc Zubler (1986/ohne Partei) angemeldet, in der Nachmeldefrist gingen laut Auskunft der Gemeindeverwaltung die Anmeldungen von Sandro Natuzzi (1978/ohne Partei) und Birgit Wenger (1981/ohne Partei) ein.

Weil sich vier Kandidaten für drei vakante Sitze angemeldet haben, kommt es am 25. September zur Kampfwahl.

Dass überhaupt Kandidaten gefunden werden konnten, ist auch auf die Aufklärungsarbeit der jetzigen Schulpflege zurückzuführen: «Wir haben eine Infobroschüre aufgelegt, im Elterninfo geworben und Info-Abende gemacht», sagt Bitterli.

An den Infoabenden konnten Interessierte vorbeikommen, Petra Bitterli war zusammen mit dem Schulleiter vor Ort, klärte über die Aufgaben der Schulpflege auf und beantwortete Fragen. Nach den Sommerferien wurden auch noch individuelle Termine wahrgenommen.

«Dieses Vorgehen war offensichtlich erfolgreich, von den sieben interessierten Personen haben sich nun vier Personen angemeldet, das freut mich sehr», sagt Petra Bitterli. «Der Aufwand war zwar gross, es ist mir aber wichtig, dass die möglichen Kandidaten gut informiert sind.»

Die Vergangenheit habe gezeigt, was passiert, wenn die Kandidaten zu wenig gut informiert seien. Jetzt hofft sie nur, dass es nicht zu einem zweiten Wahlgang kommt, «damit wir nach der Wahl gleich loslegen können».