Eins sei vorausgeschickt: Die beiden sind nicht Geologen, sondern Künstler. Und als solche setzen sie sich mit ihrer Umwelt auseinander. «Unsere Arbeit will wertungsfrei kulturelle, politische und wirtschaftliche Aspekte vernetzen und aus künstlerischer Sicht das Suhrental beleuchten», ist auf ihrer Website zu lesen. Das Ergebnis wird im Herbst 2017 im Tal zu sehen sein; es ist im Entstehen. Den malerischen Grundstoff, nämlich die Farben des Tals, haben sie bereits gewonnen. «Grundsätzlich kann jede Erde und jeder Stein zu Farbpigmenten verarbeitet werden», sagt Christa Hunziker.

So sehen die «Erdfarben» der verschiedenen Gemeinden aus.

So sehen die «Erdfarben» der verschiedenen Gemeinden aus.

Um das Tal «abzubilden» sozusagen, haben sie zwischen Sempachersee und der Mündung der Suhre in die Aare Bodenproben genommen. Und zwar an elf Orten. «Wir haben jeweils eine Probe aus dem Fluss und je eine links und rechts davon genommen», sagt Roland Hächler. Also 33 Proben. Die obersten stammen aus Sursee/Oberkirch nach der Mündung aus dem Sempachersee; die untersten holten sie in Aarau/Rohr, wo die Suhre in die Aare fliesst. «Wir haben je etwa ein halbes Kilo Erde genommen», sagt Hächler

«Sabber» als Bindemittel

Mit Hammer, Mörser und Sieb haben die beiden das Material möglichst fein «zerpudert», um die Pigmente zu gewinnen. Naturfarben, auf welche die Künstler keinen Einfluss haben. Und mit diesen Pigmenten entstehen nun Bilder beispielsweise auf Papier. «Als Bindemittel verwenden wir Magermilch, Ei und Magerquark», sagt Hunziker. «Das ist unser Sabber», lacht Hächler. Eines der ersten Bilder, das entstanden ist, zeigt die Farbnuancen vom Oberlauf der Suhre bis zur Mündung; die mittleren Proben stammen aus der Suhre zwischen Sursee und Aarau. Die ersten Bilder sind bereits online auf www.surytal.ch einsehbar.

Wanderausstellung im Herbst

Mit den gewonnenen Pigmenten gestalten die beiden nun Bilder verschiedenster Art, auch Fliessdiagramme. Die Farben werden aber auch als Hintergrund für jene Bilder verwendet mit lokalen Sagen drauf. So wird die Sage «Der Ziegler im Grindel» aus Moos-
leerau mit der Farbe aus Moosleerauer Erde hinterlegt, freilich nicht deckend, sondern lasierend.

Das Projekt, genannt «Surytal», ist ein multimediales; auch die Musik spielt ihre Rolle. Zeitdokumente, Briefe und Pläne ergänzen die Ausstellung. Die Wässermatten sind ein Thema. Der Name «Surytal» stammt übrigens aus einem Lied über den Bauernführer Niklaus Leuenberger. Geplant ist eine Wanderausstellung im Su(h)rental im Herbst 2017. Bereits von zwei Orten haben Christa Hunziker und Roland Hächler eine Zusage: Sursee und Kölliken. Im Strohhaus Kölliken ist am 22. September die Eröffnung der Wanderausstellung «Surytal».