Bevölkerungszahl und Verkehrsaufkommen nehmen zu, die Ansprüche der Gesellschaft sind im Wandel, Gesetze ändern sich, neue Vorgaben von Bund und Kanton müssen umgesetzt werden. Wo stehen die Wynentaler Gemeinden in 25 Jahren? Oder vielmehr: Wo sollen sie dereinst stehen?

Das Regionale Raumkonzept 2040 (RRK 2040), das der Gemeindeverband aargauSüd impuls hat ausarbeiten lassen, beschäftigt sich mit dieser Frage. 23 Jahre sind eine lange Zeit. Gleicht das 60 Seiten starke Papier einem Blick in die Glaskugel? «Mitnichten», sagt Verbandspräsident Martin Widmer. «Das RRK 2040 ist einerseits eine Bestandesaufnahme zu unterschiedlichen Themenfeldern, andererseits sind darin Aufgaben formuliert, die durch die Gemeinden überprüft oder angegangen werden sollen.»

Checkliste für anstehende Arbeiten

Das Konzept-Papier hat drei Hauptaufgaben: Es soll ein Führungsinstrument sein für den Gemeindeverband. Geschäftsführer Herbert Huber sagt es so: «Es sind Leitplanken und Richtlinien festgesetzt, die behördenverbindlich umgesetzt werden müssen.» Zweitens dient es der Koordination zwischen Gemeindeverband und Kanton sowie zwischen Nachbarregionen. Und drittens ist es eine Wegleitung für die Planungen der Gemeinden. Dabei wird es durchaus konkret. Zu den einzelnen Themenbereichen werden Handlungsfelder und Aufgaben mit entsprechenden Zeithorizonten aufgezeigt – gewissermassen eine Checkliste für anstehende Arbeiten. Zum Beispiel die Aufwertung von Ortskernen oder das Erarbeiten von Verkehrsmassnahmen. Das RRK 2040 ist auf Basis einer Analyse zu den Themen Landschaft, Siedlung, Mobilität und Energie entstanden – jener Bereiche, die sich auch im Zukunftsbild, bestehend aus einer Karte sowie entsprechenden Leitsätzen und Erläuterungen wiederfinden.

Vor Jahresfrist hat die Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbands, zu dem die neun Wynentaler Gemeinden plus Beinwil am See und Birrwil sowie Pfeffikon (LU) gehören, grünes Licht gegeben, diese umfassende Aufgabe in Angriff zu nehmen. Die Kosten von maximal 90 000 Franken werden je zur Hälfte durch die Gemeinden und den Kanton getragen. Die einzelnen Themenbereiche wurden an runden Tischen erarbeitet oder sind aufgrund schriftlicher Inputs aus den Gemeinden eingeflossen. Zusammengetragen und ausgearbeitet hat das Konzept das Büro Metron Raumentwicklung AG, Brugg.

Jetzt ist das Werk soweit parat, dass es der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und zur Mitwirkung unterbreitet werden kann. Am 18. Oktober findet dazu in Gontenschwil eine öffentliche Informationsveranstaltung statt. Vom 19. Oktober bis zum 18. Dezember ist das Planungsdossier bei den Gemeinden oder auf der Website von aargauSüd impuls einzusehen. Bemerkungen und Vorschläge können von allen Interessierten schriftlich (mittels Mitwirkungsformular) eingereicht werden. Nach der Mitwirkung werden die eingegangenen Begehren geprüft und das RRK 2040 entsprechend überarbeitet. Ziel ist es, das Konzept kommendes Frühjahr durch die Abgeordnetenversammlung beschliessen zu lassen.

Informationsveranstaltung: Mittwoch,
18. Oktober, 19 Uhr, Aula, Gontenschwil.