Reinach

«Wir haben Schwein, dass Geld im Moment günstig ist»: Tiefes Zinsniveau erleichtert Investitionen

«Entweder richtig oder gar nicht», sagte der Reinacher Gemeindeammann Martin Heiz. (Archivbild)

«Entweder richtig oder gar nicht», sagte der Reinacher Gemeindeammann Martin Heiz. (Archivbild)

Die Reinacher Gemeindeversammlung soll neben Krediten auch die Schaffung der Kreisschule mit Leimbach bewilligen. Ein Pächterwechsel bietet die Gelegenheit, die Tennishalle wieder auf Vordermann zu bringen.

«Entweder richtig oder gar nicht», sagte der Reinacher Gemeindeammann Martin Heiz an der Parteien- und Medienorientierung über die Traktanden der Gemeindeversammlung vom 11.November. Er spricht die Sanierung der Tennishalle an. Knapp 40 Jahre nach dem Bau – im Baurecht auf Gemeindeland – und gut vier Jahre, nachdem die Gemeinde die Halle für eine Million gekauft hat, ist Sanierungsbedarf ausgewiesen: ein leckes Dach, hohe Energiekosten, abgenutzter Hallenboden, ungenügende Beleuchtung.

1,625 Millionen für Sanierung

Ein Pächterwechsel bietet die Gelegenheit, die Halle wieder auf Vordermann zu bringen. Auch Duschen und Garderoben sollen saniert werden; aufs Dach komme eine Fotovoltaikanlage. Über die Nutzung der so gewonnenen Energie ist man sich im Gemeinderat noch nicht im Klaren: Dachfläche vermieten oder selber nutzen? Da seien noch genaue Abklärungen nötig.

Nachdem die Gemeinde die Halle gekauft hat, sei es nur konsequent, sie auch instand zu halten und damit der Region etwas zu bringen, zumal die Anlagen in Oberentfelden wegfallen werden. Die Bruttokosten belaufen sich auf 1,625 Millionen Franken. Reinach rechnet mit Beiträgen aus dem Swisslos-Sportfonds und dem kantonalen Förderprogramm «Das Gebäudeprogramm».

Vorsichtiges Budget rechnet mit Defizit

Das Budget 2021 rechnet mit dem aktuellen Steuerfuss von 115 Prozent und einem Aufwandüberschuss von 570'000 Franken, dies bei Finanzausgleichsbeiträgen von knapp 5,6 Millionen Franken. Man habe «sehr vorsichtig» budgetiert, sagt Martin Heiz. Das Defizit dürfte allein schon deshalb geringer ausfallen, weil da noch 120'000 Franken für das abgesagte Jugendfest eingestellt sind: «Wir wollten die Botschaft deswegen nicht neu drucken lassen.»

Die Rechnung werde also besser aussehen, stellt Martin Heiz in Aussicht, zumal gewisse Steuern schwierig zu budgetieren sind. Aktuelle Beispiele? Das Budget 2020 rechnete mit Grundstückgewinnsteuern von 500'000 Franken; bereits im September dieses Jahres sind mehr als eine Million eingegangen. Und die Erbschafts- und Schenkungssteuern schenkten dieses Jahr gewaltig ein: 270'000 Franken statt der budgetierten 70'000 Franken.

Tennishalle ist nicht einzige Investition

Bei den Investitionen schlägt die Wasserversorgung (knapp 3 Millionen) zu Buche: Leitungssanierungen und bauliche Investitionen 1,45 Millionen, Neubau Reservoir Sonnenberg 1,5 Millionen. Auch bei der Abwasserbeseitigung werden in neue Kanalisationen und Sanierungsarbeiten knappe 1,3 Millionen investiert. Dazu kommen 2021 Investitionen ins Centralschulhaus (800'000 Franken), in verschiedene Strassenprojekte (1,33 Millionen) und in die Sanierung der Tennishalle (1 Million). Die Pro-Kopf-Verschuldung von 1611 Franken bewege sich im Rahmen der letzten Jahre. Martin Heiz: «Wir haben Schwein, dass das Geld im Moment günstig ist.»

Kreisschule sichert Schulstandort Leimbach

Die Gemeindeversammlung vom 11.November (Maskenpflicht beim Eintritt und Austritt, Zuweisung in Sektoren, Telefonnummer auf Stimmrechtsausweis) befindet über einen Vertrag zur Schaffung einer Kreisschule Reinach-Leimbach. Was seit dem Schuljahr 2018/19 als Vereinbarung gilt, der mögliche Besuch Reinacher Primarschüler in Leimbach, soll damit in eine neue rechtliche Form übergeführt werden.

Leimbach fürchtet um den Weiterbestand seiner Primarschule mit Kindergarten. Die Idee: Mit der Kreisschule Reinach-Leimbach wird die Gemeinde Leimbach Schulstandort dieser Kreisschule vom Kindergarten bis zur 6. Klasse, prioritär bis zur 3. Klasse. Der Schüleraustausch zwischen den beiden Gemeinden wird vereinfacht. Die Ziele: sinnvolle Klassengrössen, ausgelastete Schulräume.

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