Kaiserstuhl

Abfallsünder sorgen im Städtli für Ärger – verantwortlich könnten auch Airbnb-Gäste sein

Im malerischen Kaiserstuhl verunreinigt falsch entsorgter Kehricht die Gassen, teils werden die Säcke ohne Marken an beliebigen Tagen deponiert.

Idyllisch, verträumt, mit mittelalterlichem Charme: Das Städtchen Kaiserstuhl mit seinem 36 Meter hohen Oberen Turm gehört zweifelsohne zu den schönsten Ortschaften im Kanton. Nur: Zum wiederholten Mal muss die Gemeinde Hausbesitzer und Gastgeber dazu aufrufen, den Abfall richtig zu entsorgen und nur am Dienstagmorgen rauszustellen, wenn der Kehricht eingesammelt wird.

«Obwohl die meisten Bewohner sich an diese Selbstverständlichkeit halten, werden regelmässig Verstösse gemeldet, welche die Stadt unsauber erscheinen lassen», heisst es im offiziellen Publikationsorgan «Strichpunkt». Der Aufruf richtet sich insbesondere an Vermieter und Airbnb-Gastgeber, von denen es zurzeit zwei im Städtchen gibt.

In den vergangenen Monaten seien vermehrt Säcke ohne Marken an beliebigen Tagen deponiert worden, sagt Stadtammann Ruedi Weiss. Die Folge: In der Nacht beissen Wildtiere wie Füchse oder Marder die Abfallsäcke und verteilen den Abfall in den Gassen.

«Das führt zu grossen Verunreinigungen ganzer Strassenabschnitte», so Weiss. «Dass dies wiederholt an den gleichen Sammelstandorten passierte, lässt Unwissen oder Absicht bestimmter Verursacher vermuten.»

Stadtrat setzt auf Prävention und Information

Um das Ortsbild der 428-Seelengemeinde zu schonen, verzichte die Gemeinde auf Abfallcontainer, sagt Weiss. «Deshalb sind wir auf die strikte Einhaltung der geltenden Regeln besonders angewiesen.» Der Stadtammann betont aber auch, dass die Abfallentsorgung in der mit 32 Hektaren grossen und somit flächenmässig kleinsten Gemeinde der Schweiz ansonsten einwandfrei funktioniere.

Wer die wenigen Abfallsünder sind, die für grossen Ärger sorgen, das weiss man auf der Gemeinde nicht. «Die Inhalte der betroffenen Abfallsäcke gaben bisher keinen Hinweis auf die Verursacher», sagt Ruedi Weiss.

«Es bestehen aber Anzeichen für ausländische Kurzzeitbewohner.» In Einzelfällen sei festgestellt worden, dass Vermieter ihren Airbnb-Gästen ausdrücklich empfohlen hätten, den Abfallsack am Abreisetag vor das Haus zu stellen.

Zurzeit setzt der Stadtrat auf Prävention und Information der Bevölkerung. Wünschenswert sei auch eine Meldepflicht für Untervermietungen mit einer Informationspflicht für Gastgeber, sagt Weiss. So könne das Risiko in Verbindung mit unwissenden Kurzzeitgästen zusätzlich reduziert werden.

«Eine Videoüberwachung hingegen wäre wegen der vielen Sammelorte nur mit grossem Aufwand möglich», sagt Weiss. Ausserdem würde die Datenschutzgesetzgebung die Einführung zusätzlich erschweren.

Stadt kann Abfallsünder mit 200 Franken büssen

Würden diese Fälle wiederholt auftreten, werde das Rheinstädtchen noch mehr Aufwand betreiben, um die Abfallsünder zu identifizieren. «Für uneinsichtige und überführte Abfallsünder kann der Stadtrat Verwarnungen aussprechen oder diese mit Bussen bis zu 200 Franken belegen», sagt Weiss. Sollten sich die Probleme verschärfen, überlegt sich die Stadt ausserdem, die Reglemente anzupassen, die Anzahl Sammelstellen zu reduzieren oder doch noch Abfallcontainer einzuführen.

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