Atomenergie

AKW Beznau ab Freitag vollständig vom Netz

Block 2 des AKW Beznau geht am Freitag wegen der Jahresrevision vom Netz.

Block 2 des AKW Beznau geht am Freitag wegen der Jahresrevision vom Netz.

Während die entdeckten Unregelmässigkeiten im Druckbehälter des ersten Reaktors noch untersucht werden, wird auch der zweite Beznau-Block abgeschaltet.

Vor einem Monat wurde bekannt, dass Ultraschall-Untersuchungen am Druckbehälter des Reaktors 1 im AKW Beznau mehrere Unregelmässigkeiten im Material ergeben hatten. Deshalb steht der erste Block des Kraftwerks länger still als geplant – die Schwachstellen müssen genau untersucht werden.

Ab heute Freitag wird das Kraftwerk gar keinen Strom mehr produzieren, auch der zweite Reaktor wird für eine lange Revision abgeschaltet. Dabei werden nicht nur – wie üblich – die Brennelemente ausgetauscht, sondern auch Ultraschall-Messungen durchgeführt. Diese sollen zeigen, ob es auch im Druckbehälter von Reaktor 2 Unregelmässigkeiten gibt. Ausserdem erhält der Druckbehälter einen neuen Deckel. Greenpeace hatte Mitte Juli gefordert, der zweite Reaktor müsse sofort vom Netz genommen werden, weil ähnliche Unregelmässigkeiten wie beim ersten Block ein Sicherheitsrisiko darstellten. Die Atomaufsichtsbehörde Ensi hatte aber entschieden, dass der Reaktor bis zum Beginn der geplanten Revision heute Freitag weiterlaufen darf.

Unabhängig von den Unregelmässigkeiten im Reaktordruckbehälter haben der Trinationale Atomschutzverband, die Schweizerische Energiestiftung und Greenpeace Schweiz «eine neue problematische Sicherheitslücke identifiziert und im Detail dokumentiert». Dies teilt Greenpeace mit und kündigt Konsequenzen für Beznau an. Zusammen mit Anwohnern des Atomkraftwerks hätten die drei Umweltverbände deshalb beschlossen, rechtliche Schritte einzuleiten. Details dazu wollen sie am kommenden Donnerstag an einer Medienkonferenz bekannt geben.

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