Bad Zurzach

Alterszentrum «Aubette» für verschiedene Generationen und Bedürfnisse

Das Siegerprojekt «Aubette» in der Visualisierung des Architekturbüros. Mit der Holzfassade in dieser Form war die Jury allerdings nicht zufrieden - gemäss Jurybericht muss die Fassade deshalb in der weiteren Planung «unter Berücksichtigung der ortsüblichen Ornamentik und Konstruktionsweise» noch einmal überarbeitet werden.

Das Siegerprojekt «Aubette» in der Visualisierung des Architekturbüros. Mit der Holzfassade in dieser Form war die Jury allerdings nicht zufrieden - gemäss Jurybericht muss die Fassade deshalb in der weiteren Planung «unter Berücksichtigung der ortsüblichen Ornamentik und Konstruktionsweise» noch einmal überarbeitet werden.

Am Dienstag wurde das Siegerprojekt für das neue Alterszentrum in Bad Zurzach präsentiert. Das ausgewählte Projekt «Aubette» mit 120 Betten bietet Plätze für selbstständiges Wohnen, normale Pflegebetten sowie eine spezielle Demenz-Abteilung.

Wer im Flecken einen Neubau realisieren will, hats nicht leicht. Schliesslich gilt es, das historische Ortsbild zu wahren; ein Gebäude zu entwerfen, das in den Jahrhunderte alten Marktflecken passt. Das gilt auch für den geplanten Neubau des Alterszentrums auf dem Areal hinter dem «Höfli». Gemeistert hat diese Aufgabe das Architekturbüro «Liechti Graf Zumsteg Architekten» aus Brugg: Ihr Projekt «Aubette» wurden am Dienstag als Sieger des Architekturwettbewerbs präsentiert.

41 Architekturbüros bewarben sich in der Vorqualifikation für eine Teilnahme, sieben konnten schliesslich ihre Projektstudien einreichen. Eine Jury – bestehend aus Vertretern des Gemeinderats und der Emil Burkhardt-Stiftung als Heimbetreiberin, Architekturkoryphäen und Kantonsvertretern – liessen für vier Projekte eine Kostenschätzung durchführen.

«Wir haben auch geprüft, wie das Gebäude optisch in den Flecken passt und ob es betrieblich überzeugt», sagt Ammann und Jurymitglied Reto S. Fuchs an einer Pressekonferenz. Schliesslich fiel die Wahl einstimmig auf das Projekt «Aubette».

Es sieht 100 Zimmer mit insgesamt 120 Betten vor. Ein Teil der Zimmer wird als «Wohnen mit Service» vermietet – also als Zweizimmerwohnungen mit kleiner Küchenecke für Senioren, die noch teilweise selbstständig wohnen aber von Serviceangeboten eines Altersheims profitieren wollen. Dazu kommen normale Pflegebetten und eine spezielle Demenz-Abteilung.

Letztere hat auch einen kleinen, abgetrennten Gartenbereich zur Verfügung – die verwinkelte Gebäudestruktur machts möglich. Geplant ist, dass im Alterszentrum auch der Spitex-Stützpunkt und die Kindertagesstätte «Cheschtenebaum» untergebracht werden – ein Generationenhaus also. Im Erdgeschoss entsteht ein öffentliches Bistro.

Die Grünanlage zwischen Alterszentrum und «Höfli» soll den Flecken optisch mit dem Kurpark, der Minigolfanlage und schliesslich mit dem Thermalbad verbinden. Damit wird ein Teil der «Lücke» zwischen Bädern und Ortskern geschlossen, welche viele Badegäste davon abhält, auch den Flecken zu besuchen.

Irgendwann werde wohl auch der grosse Parkplatz beim Thermalbad aufgehoben, lässt Reto S. Fuchs durchblicken. Weil Bad Zurzach ohnehin weitere Parkmöglichkeiten braucht, wird die geplante Tiefgarage unter dem Alterszentrum rund 30 bis 40 öffentliche Parkplätze bieten. Zugefahren wird via Quellenstrasse.

Projektstudien sind ausgestellt

Die Auswahl des Siegers sei nicht einfach gewesen, sagen Jurymitglieder einhellig. Während der intensiven Auseinandersetzung mit allen Projekten habe sich nach und nach gezeigt, was man wolle – und was nicht. «Am Siegerprojekt hat uns die städtebauliche Integration überzeugt, die Ausrichtung des Gebäudekörpers und dass man das Gebäude sehr flexibel nutzen kann», so Ammann Fuchs.

Aktuell sind alle Projektstudien in der Oberen Kirche ausgestellt. Ein Projekt erinnert an den Campus Windisch, ein anderes an ein modernes Strandhotel. Das Siegerprojekt ist mit seinen drei Geschossen eines der niedrigeren, deutlich niedriger als die Altstadthäuser. Trotz der Grösse wirkt es nicht wuchtig. «Es ist ein verzweigtes Gebäude ohne lange Fronten», erklärt Architekt Andreas Graf.

Weil die dem Alterszentrum zugewandten Hinterhöfe der alten Handelshäuser oft Holzveranden haben, nehme die Fassade dieses Element auf. Allerdings: Die Jury hat in ihrem Bericht die Fassadengestaltung kritisiert, sie muss überarbeitet werden.

Dazu bleibt Zeit: Etwa ein Jahr Planung, die anschliessende Bewilligungsphase und zwei Jahre Bauzeit stehen bevor. Eröffnet werden kann das Alterszentrum frühestens 2018. Über die Baukosten schweigt man sich noch aus – zu grob seien die ersten Schätzungen.

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