Fusionsgemeinde Zurzach

Andi Meier als einziger im Wahlkreis 1 bereits gewählt ++ zweiter Wahlgang nötig ++ Peter Lude gewinnt im Wahlkreis 2

Andreas Meier (rechts) gewinnt den 1. Wahlgang im Wahlkreis 1, Peter Lude liegt im Wahlkreis 2 vorne.

Andreas Meier (rechts) gewinnt den 1. Wahlgang im Wahlkreis 1, Peter Lude liegt im Wahlkreis 2 vorne.

Der erste Wahlgang überhaupt der neuen Gemeinde Zurzach ist Geschichte. Im Wahlkreis 2 konnten die Bad Zurzacher aus drei offiziellen Kandidaten für drei Sitze auswählen. Im Wahlkreis 1 hatte die Stimmbevölkerung der Gemeinden Baldingen, Böbikon, Kaiserstuhl, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen mit elf Kandidaten für vier Sitze die Qual der Wahl. Das sind die Resultate.

Zum ersten Mal überhaupt haben die Stimmberechtigten aus acht Gemeinden die Mitglieder des Gemeinderates der künftigen Gemeinde Zurzach gewählt. Per 2022 fusionieren Bad Zurzach, Baldingen, Böbikon, Kaiserstuhl, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen zur Grossgemeinde. 

Am spannendsten war die Ausgangslage im Wahlkreis 1 (alle Fusionsgemeinden ausser Bad Zurzach). Zehn offizielle Kandidaten und ein Nachzügler (er hatte die Anmeldefrist verpasst) kämpften um vier Sitze. So hat die Bevölkerung gewählt: 

Andreas (Andi) Meier hat als einziger mit 631 Stimmen das absolute Mehr von 519 Stimmen erreicht. Er sicherte sich somit als erster aus dem Wahlkreis 1 einen Sitz im Gemeinderat Zurzach für die Amtsperiode 2022/25. Andi Meier aus Böbikon ist Gemeindeschreiber von Wislikofen und Geschäftsleiter der Verwaltung 2000. 

Andi Meier freut sich über das Ergebnis: «Dass ich so viele Stimmen erhielt und so deutlich über dem absoluten Mehr liege, damit habe ich nicht gerechnet.» Dass die Stimmbeteiligung mit 63,6 Prozent so hoch war, sei eine doppelte Freude, sagt der Böbiker. Sein beruflicher Hintergrund als Gemeindeschreiber von Wislikofen und Geschäftsleiter der Verwaltung 2000 könnte geholfen haben, vermutet er. «Die Bevölkerung in den Gemeinden kennt mich.»

Das Ergebnis sei ein positives Zeichen

Mit Leserbriefen, auf Social Media sowie Flyern und Inseraten habe er einen intensiven Wahlkampf geführt. «Es hat sicherlich auch mitgespielt, dass ich bis jetzt als einziger als Ammann kandidiere.» Das Ergebnis von gestern sei ein positives Zeichen für die Vize- und Ammanwahlen vom 7. März 2021. «Jetzt siegessicher zu sein, wäre aber fehl am Platz.» So könnte sich auch das Kandidatenkarussell nochmals drehen.

Das absolute Mehr von 519 Stimmen hat die Rekinger Gemeinderätin Esther Käser (parteilos) mit 504 Stimmen knapp verpasst. «Ich bin freudig überrascht.» Dass auch Frauen im Zurzacher Gemeinderat sitzen, sei wichtig. «Bei diesem Resultat wage ich den zweiten Wahlgang am 29. November.»

Auf den letzten Plätzen liegen nebst Nachzügler Daniel Imthurn aus Rietheim (er hatte die Anmeldefrist verpasst und erzielte 54 Stimmen) die drei Kandidierenden aus Rümikon. SVP-Vizeammann Markus Perreten (161 Stimmen) und FDP-Gemeinderat Sebastian Laube (213 Stimmen) vermuten, dass es in Rümikon zu einer Stimmverzettlung kam, sprich: Die Stimmen aus dem Dorf verteilten sich auf zu viele Kandidaten. Noch ist nicht klar, ob sie nochmals antreten. Sie wollen sich aber beide absprechen. Fest steht: Franziska Maag wird nicht nochmals antreten. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat, da ich als Einzige vorher nicht politisch aktiv war.» Sie werde nun Esther Käser unterstützen.

So schnitten die anderen Kandidierenden ab: 

  • Esther Käser, Rekingen: 504 Stimmen
  • Heinrich Rohner, Wislikofen: 461 Stimmen
  • Cyrill Tait, Kaiserstuhl: 406 Stimmen
  • Sheela Süess, Baldingen: 331 Stimmen
  • Christian Trottmann, Rekingen: 254 Stimmen
  • Adrian Thoma, Böbikon: 236 Stimmen
  • Sebastian Laube, Rümikon: 213 Stimmen
  • Franziska Maag, Rümikon: 194 Stimmen
  • Markus Perreten, Rümikon: 161 Stimmen
  • Daniel Imthurn, Rietheim: 54 Stimmen

Die Resultate in der Übersicht:

Infogram: Wahl am 27. September 2020 Zurzach, Wahlkreis 1

Die Stimmbeteiligung betrug 63,6 Prozent. Insgesamt wurden 1223 gültige Wahlzettel eingereicht.

Peter Lude gewinnt im Wahlkreis 2

Im Wahlkreis 2 (Bad Zurzach) galt die Wahl schon zuvor als gemacht. Denn für die drei Sitze stellten sich drei Kandidierende zur Wahl. Alle drei wurden gewählt, wobei Peter Lude, Vizeammann in Bad Zurzach, mit 867 Stimmen am besten abschnitt. Gemeinderat Peter Moser erzielte 851 Stimmen. Franzisca Zölly, die erstmals die politische Bühne betritt, erhielt 733 Stimmen. 

Vizeammann Peter Lude freute sich über die Anzahl der Stimmen: «Es ist eine Bestätigung für die Arbeit der letzten bald elf Jahre, beginnt doch 2022 meine vierte Amtszeit.» Auch die Kündigungswelle in den Tagesstrukturen «Cheschtenebaum» hatte offenbar kaum Einfluss auf die Wahlen. «Ich bin dankbar, dass wir in dieser Zeit unter anderem den regionalen Sozialdienst aufbauen, das Primarschulhaus mit Kindergärten und das Generationenhaus mit Pflegezentrum, Spitex und Kita bauen konnten.»

Lude wird sich am 7. März mit dem Rekinger Vizeammann Christian Trottmann (254 Stimmen) um das Amt des Zurzacher Vizeammanns bewerben, sofern Trottmann im zweiten Wahlgang gewählt wird.

Die Resultate in der Übersicht:

Infogram: Wahl am 27. September 2020 Zurzach, Wahlkreis 2

Die Stimmbeteiligung betrug 46,3 Prozent. Insgesamt wurden 1266 gültige Wahlzettel eingereicht.

Weiter gingen 85 (Wahlkreis 1) und 185 (Wahlkreis 2) vereinzelt gültige Stimmen ein, es erreichte aber keine weitere Person 50 Stimmen.

Vier der sieben Sitze des Gemeinderates Zurzach für die Amtsperiode 2022/25 wurden diesen Sonntag nun vergeben. Für drei weitere Sitze wird ein zweiter Wahlgang am 29. November angesetzt.

Die Wahl von Gemeindeammann und Vizeammann findet am 7. März 2021 statt. Wählbar sind nur bereits gewählte Gemeinderätinnen oder Gemeinderäte. 

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