Jubiläumsevent

Bei dieser Tanzaufführung landet der kleine Prinz im Unteren Aaretal

Die Ballettschule Tanz Dach in Böttstein führte zum 15-Jahr-Jubiläum den Klassiker «Der kleine Prinz» von Antoine de Saint-Exupéry auf. Über 70 Personen haben an der Produktion mitgewirkt.

«Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar», lernt der kleine Prinz auf der Bühne der Mehrzweckhalle Kleindöttingen vom Fuchs, mit dem er in einem Pas de deux über die Bühne tanzt. Dann wird sein Herzschlag von Schlagzeuger Lukas Wanzenried und einer Stepptanzgruppe übernommen und endet in einem wahren Rhythmusgewitter.

Berührende und mitreissende Szenen spielen sich in der Aufführung von «Der kleine Prinz» der Tanz Dach – Schule für Ballett, Tanz & Musik ab. Über 70 Mitwirkende sind bei der Jubiläumsproduktion mit dabei. Und münzen die Geschichte aus dem meistgelesenen Buch des 20. Jahrhunderts in ein faszinierendes, bildgewaltiges Gesamtspektakel aus Bewegung, Gesang und Akrobatik um. Tanzschulleiterin Claire Birrfelder May ist für die Choreografie zuständig, Gesangslehrer Stephan May für die Musik, die von Smetanas «Die Moldau» bis zu Tim Bendzkos «Nur noch kurz die Welt retten» geht.

Die Tanzschülerinnen und -schüler mehrerer Generationen haben alle ihre grossen Bühnenmomente. «Sie stehen zwar nur ein paar Minuten vor dem Publikum. Aber sie erleben das ganze Drumherum einer grossen Show mit Proben, Maske, Kostüm anpassen usw. Ein gewaltiges Erlebnis», meint Birrfelder, die selber jahrelang am Theater in Würzburg getanzt hat.

Die Hauptfigur wird an den beiden Aufführungstagen von Cédric Goethals und André Imthurn gespielt. Bemerkenswert sind auch die Einlagen von Vertikaltuchakrobatin Janina Lorenz und den Live-Sängerinnen Carolina Resta und Jana Maier. Zum Verständnis der Geschichte des kleinen Prinzen werden einzelne Passagen aus dem Buch von Saint-Exupéry von einem Erzähler ab Band gesprochen.

Auf seiner Reise von Planet zu Planet bis zur Erde landet der kleine Prinz im Rosenfeld. Er ist bitter enttäuscht, weil er immer gedacht hat, seine Blume sei die einzige auf der Welt. Nun sieht er, es gibt deren viele. Die Rosen werden von den Tänzerinnen verschiedenster Tanz-Dach-Klassen dargestellt.

Die grossen Balletteusen tragen feuerrote Tutus und Blumengestecke, die kleinen Tänzerinnen streuen in zartrosa Tüllkleidchen Blütenblätter auf die Bühne. Dazu ertönt Musik aus Tschaikowskys Nussknacker. Die Szene ist eine Augenweide. «Wir haben über 140 Kostüme machen lassen und zum Teil selber genäht», sagt Stephan May. Die Darstellung der verschiedenen Planeten und Landschaften wird auf Grossleinwand projiziert. Dazu funkeln Hunderte von LED-Lämpchen wie ein Sternenmeer im Hintergrund.

Die älteste Tänzerin ist 80

Die Rollen des Piloten, der in der Wüste notlanden muss und auf den kleinen Prinzen trifft, wird vom Profitänzer Steven Forster getanzt. Er ist schon im Zürcher Opernhaus aufgetreten. Mit seinen Pirouetten und Sprüngen zeigt er, was Perfektion ist.

«Wenn ich die Kids sehe, kann ich mich gut an meine eigenen Anfänge erinnern», meint er und lacht. Dass die Jüngsten erst mal spielerisch und ohne technische Ansprüche auf der Bühne herumhopsen, ist gemäss Claire Birrfelder wichtig, um ihre Lust am Tanz und an der Bewegung zu fördern. Sie unterrichtet im Tanz-Dach-Ballett-, Kinderballett-, Hip-Hop, Zumba und Stepptanz. Und wird von Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Region besucht. Die älteste ist 80.

Der Tanz fördert nicht nur das Rhythmusgefühl, er sorgt auch für eine gute und schöne Körperhaltung. «Natürlich braucht es etwas Disziplin, um Fortschritte zu machen. Der Spass an der Bewegung zur Musik soll aber im Vordergrund stehen», betont Birrfelder. Die Aufführung von «Der kleine Prinz» zum 15-Jahr-Jubiläum der Schule für Ballett, Tanz und Musik in Kleindöttingen begeistert vor allem durch farbenprächtige Bilder und Abwechslungsreichtum. Unzählige Elemente gehen nahtlos ineinander über. «Dafür haben wir monatelang geprobt, und es hat sich gelohnt», bekundet May zum Schluss.

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