Seit Ende März ist Block 1 des Atomkraftwerks Beznau wieder am Netz. Der Entscheid der Nuklearaufsichtsbehörde Ensi löste bei den AKW-Gegnern heftige Reaktionen aus. Gegen die Wiederinbetriebnahme des Meilers Beznau formiert sich nun neuerlich Widerstand. Im Rahmen einer Protestkundgebung gegen das älteste Schweizer Atomkraftwerk wollen Veranstalter am kommenden Sonntag die Strassenbrücke über den Rhein zwischen Waldshut und Koblenz während eineinhalb Stunden blockieren.

Darüber hat der Grünen-Kreisrat Peter Schanz als Vertreter der Organisatoren informiert, wie der «Südkurier» schreibt. Beteiligt sind laut seiner Mitteilung die Kreisverbände der Grünen und der SPD sowie die Waldshuter Initiative Zukunft ohne Atom, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Die Aktion sei ab etwa 14.30 Uhr geplant. Erwartet werden bis zu 500 Teilnehmer. Als prominente Rednerinnen angekündigt sind unter anderem die Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, und Regula Rytz, Präsidentin der Schweizer Grünen. Unterstützt wird die Veranstaltung auch von den Grünen Aargau, die auf ihrer Website auf den Anlass hinweisen.

Kapo richtet sich nach den Deutschen

Zustimmung erhalten die Organisatoren auch von den Grünen im Zurzibiet, obschon die Partei im Bezirk nicht organisiert ist. Deren bekanntester Sprecher ist Bio-Landwirt Hanspeter Meier aus Full-Reuenthal. «Eine solche Veranstaltung tut gut.» Meier hält mit Kritik nicht zurück. Es fehle in der Region eine breite, kritische Haltung und die entsprechende Opposition gegenüber Atomkraftwerken.

Hanspeter Meier wird am Sonntag ebenfalls vor Ort sein. Starten soll die Manifestation im Gewerbepark Hochrhein. Ob der Anlass tatsächlich stattfinden kann, ist indes noch offen. Das für die Genehmigung zuständige Ordnungsamt im Rathaus hat laut eigener Auskunft den Antrag erst am Freitag erhalten und muss die Sachlage zunächst prüfen.

In die Planungen einbezogen ist auch die Kantonspolizei Aargau, wenngleich der Anlass auf deutschem Hoheitsgebiet durchgeführt wird. «In diesen Tagen findet eine Besprechung statt, wo auch ein Vertreter der Kapo teilnehmen wird», sagt Sprecher Bernhard Graser. Ähnliche Kundgebungen gab es schon in der Vergangenheit. «Damals wurden die kurzzeitigen Blockaden der Grenzübergänge geduldet», so Graser weiter. Die Kapo geht davon aus, dass man sich nach den Anordnungen der deutschen Behörden richten werde.