Bad Zurzach

Blauer Brief: Badmeister des Regibads muss gehen – aus Spargründen

Wegen der angespannten finanziellen Lage steht das Regibad unter Druck.

Wegen der angespannten finanziellen Lage steht das Regibad unter Druck.

Die Trennung von einem der beiden festangestellten Badmeister im Regibad in Bad Zurzach sorgt für Irritationen. Nun ist klar: Es ist eine Sparmassnahme vonseiten der Betreiber, die in diesem Jahr erneut mit einem grossen Defizit rechnen

«Pascal Henchoz hat nach viereinhalb Jahren seine Stelle im Freibad in Bad Zurzach gekündigt. Der 37-Jährige wird ab 1. März Badmeister in Kölliken.» Diese Zeilen in dieser Zeitung sorgten für Irritationen. Sowohl bei Henchoz als auch bei Regibad-Betriebsleiterin Monika Dietsche. Henchoz sagt: «Nicht ich habe gekündigt. Mir wurde gekündigt.»

Im Abschlusszeugnis werden als Ursache für die Entlassung «betriebliche Gründe» genannt. «Das stimmt», sagt Monika Dietsche. «Die Trennung erfolgte aus wirtschaftlichen und finanziellen Überlegungen.» Man könne sich nicht mehr zwei 100-Prozent-Stellen über das ganze Jahr hinweg leisten.

Doch weshalb sucht das Regibad per Stelleninserat nun einen neuen Badmeister? «Wir suchen einen Badmeister im Stundenlohn», präzisiert Dietsche. Dieser soll nicht den gekündigten Henchoz ersetzen, sondern einen der temporären Badmeister, der kürzlich von sich aus gekündigt hat. Denn neben den zwei Festangestellten beschäftigte das Regibad bis anhin drei Aushilfs-Badmeister im Stundenlohn. Letzteres soll auch weiterhin so bleiben.

In puncto Sicherheit sieht Dietsche keine Gefahr: «Die Sicherheit der Badegäste steht immer an erster Stelle. Die Badmeister im Stundenlohn werden während der Saison mehr Einsätze erhalten.» Den finanziellen Druck spüre das Regibad schon mehrere Jahre. Hinzu kommt ein schlechter Sommer 2017. «Wir verzeichneten etwa 5000 Eintritte weniger. Einerseits lag es am Wetter, andererseits fehlte uns mit der Wasserrutsche eine Attraktion.»

Die neue Wasserrutsche soll noch in diesem Jahr kommen. Auch ein verändertes Freizeitverhalten macht Dietsche aus. «Als ich noch ein Kind war, verbrachten wir jeden Tag in der Badi. Heute haben die Kinder eine grössere Auswahl.»

Finanzieller Druck

Das Budget des Regibads wird zu einem grossen Teil durch die Beiträge der beteiligten Gemeinden getragen (Bad Zurzach, Baldingen, Böbikon, Rekingen, Rietheim und Wislikofen). Die Gemeinde Bad Zurzach schreibt in den Erläuterungen zu ihrem Budget: «Im Jahr 2018 wird mit einem Pro-Kopf-Beitrag von 30 Franken und einem mutmasslichen zu übernehmenden Defizit von rund 230 000 Franken für das Regibad Zurzach gerechnet.»

Dietsche sagt: «Wir haben ein grosses Defizit, und natürlich möchten die beteiligten Gemeinden möglichst wenig Defizit.» Die Betriebsleiterin setzt ihre Hoffnungen in die neue Wasserrutsche und neue Sponsoring-Modelle. Angst vor einer Schliessung hat sie nicht: «Das Ende des Regibads wäre das falsche Signal für einen Kur- und Bäderort.»

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