Bad Zurzach

Das Brocki zieht um – mit über 100 Jahren in den Kindergarten

Das Brocki Bad Zurzach feierte Neu-Eröffnung im ehemaligen Kindergarten «Cheschtenebaum» – und ist ab sofort ganzjährig geöffnet.

Vor über hundert Jahren gab es im Flecken das erste Brocki: Als der Gemeinnützige Frauenverein Zurzach 1918 die Brockenstube eröffnete, erwirtschaftete diese im ersten Jahr stolze 800 Franken Gewinn. Bis kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges war dieses Brocki mit wenigen Jahren Unterbruch im Einsatz. 1970 führte der Frauenverein einen Flohmarkt zugunsten des Kinderhorts durch und erhielt so viele Waren, dass in einem Zimmer im alten Probsteischulhaus ein zweites Mal eine Brockenstube eröffnet wurde. Seither ist das Brocki zwei Mal umgezogen: 1978 in die alte Schuhfabrik OCO, 1985 dann ins Bahnmeistermagazin der SBB, das 1999 renoviert wurde.

Jetzt, wo dieser Platz im Rahmen der Ortsumfahrung für die Bahnhofspange gebraucht wird, musste sich der Frauenverein erneut nach einem neuen Domizil umsehen. Und machte das, was das Prinzip eines Brockis ausmacht: Altes schätzen und Neues nutzen:

Weniger Fläche – dafür ganzjährig offen

Die beiden ehemaligen Gebäude des Kindergartens und Kinderhortes Cheschtenenbaum werden seit dem Neubau des Schulhauses Langwies nicht mehr benötigt. Sie liegen ideal für ein Brockenhaus und sind beheizt, was vor allem auch die rund 35 freiwilligen Helferinnen und Helfer freut. Sogar für ein Kafistübli für Mitarbeitende und Besuchende findet Platz am neuen Ort.

Auch wenn das Brocki durch den Umzug kleiner geworden ist, sind die Betreibenden zuversichtlich, dass keine Verdiensteinbussen entstehen werden, da es neu ganzjährig geöffnet sein wird. Der Erlös fliesst weiterhin zu einem grossen Teil in den Verein Tagesstrukturen für die Kita. Weitere Projekte, die unterstützt werden: Aktion Farbschachtel zum Schulanfang für Erstklässler, Sonderschulen, Heime und das Generationenhaus Bad Zurzach, Aufgabenhilfe für Fremdsprachige sowie Spontanhilfe für Notfälle.

An der Eröffnung am vergangenen Freitag betonte Rosmarie Hidber, Co-Präsidentin des Gemeinnützigen Frauenvereins, die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde, welche die beiden Gebäude zu sehr guten Konditionen zur Verfügung stelle. Ein grosses Dankeschön richtete sie auch an Maria Strittmatter, die den Umzug perfekt organisiert und mit Hilfe der Mitarbeiterinnen und befreundeten Männern erfolgreich über die Runden gebracht hatte. Besucher und Gäste lobten, was fleissige Hände hier in den letzten drei Monaten geschaffen haben: Freundlicher und heller sei das Brocki geworden – und damit das wohl vielseitigste Warenhaus im Flecken.

Der Tagesumsatz an der Eröffnung überstieg den auch den allerersten Jahresumsatz, und das Team stiess entspannt mit den ehemaligen Nutzerinnen sowie den Vertretern der Gemeinde an: Auf dass hier viele «vorgeliebte» Gegenstände neue Besitzerinnen und Besitzer finden.

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