Bad Zurzach

Das Regibad Zurzach feierte sein 50-Jahre-Jubiläum

Im Regibad drehte man am Wochenende die Zeit zurück: Bei Eintrittspreisen wie 1969 feierten Hunderte Besucher das 50-Jahre-Jubiläum – für 1,20 Franken die Erwachsenen und 60 Rappen die Kinder.

Zwar haben die Billette heute angezogen – auf 7,50 (Erwachsene) und 4 Franken (Kinder), aber sonst hat sich im Regibad nicht allzu viel verändert. Sicher – im Schwimmerbecken ist das ursprüngliche Blau der Kacheln dem Silbergrau des Chromstahls gewichen. Aber die Grundstruktur der Anlage ist bis heute gleich geblieben: Das 50-Meter-Schwimmer-Becken hat das halbe Jahrhundert entgegen aller Spassbad-Trends wacker überstanden. Bullaugen geben noch immer kreisrunde Einblicke in die Tiefe des Sprungbeckens. Und weiterhin befinden sich die Bassins in der Mitte des Areals, leicht erhöht, wie auf einem Thron. «Aufgrund des hohen Grundwasserspiegels musste das so gebaut werden», erklärt Monika Dietsche, Betriebsleiterin seit 2014.

«Nicht nur das macht uns speziell», sagt sie. «Auch, dass wir schon am 1. April aufmachen und dass wir vom ersten Tag an eine Wassertemperatur von 26 Grad garantieren.» Weil zu dieser Zeit noch kein Freibad weit und breit geöffnet ist, kämen die Schwimmer sogar aus Aarau und Zürich nach Bad Zurzach. Wobei 26 Grad vergleichsweise kühl sind gegenüber der Wassertemperatur der Jahre bis 2006. Denn bis dahin wurde das Badewasser nicht wie jetzt mit Gas, sondern mit der Abwärme aus der Sodafabrik aufgeheizt – auf 28 bis sogar 35 Grad so lau, dass es sich wie die heimische Badewanne anfühlte. Vielleicht kamen deswegen in den ersten Jahren so viele Besucher, 255 000 allein 1973. Davon können die Betreiber, die Gemeinden Bad Zurzach, Böbikon, Rekingen, Rietheim, Baldingen und Wislikofen, heute nur noch träumen. Selbst im Super-Sommer 2018 waren es gerade mal knapp 84 000.

Dafür halten die, die kommen, der Badi die Treue. «Ich denke, ich war Mitte der 80er Jahre das erste Mal hier», berichtet Stammgast Andi Meier aus Böbikon. Heutzutage kommt er mehrmals die Woche vorbei, meistens mit der Familie, aber manchmal auch allein, um in der Mittagspause ein paar Bahnen zu ziehen. «Warum sollen wir in eine andere Badi gehen», sagt er. «Wir sind hier wunschlos glücklich.» 1981 kam die 75-Meter-Rutsche hinzu – für Samuel Gilli aus Bad Zurzach das Highlight des Regibads. «Wenn das Wetter passt, sind wir eigentlich immer hier. Uns gefällt die familiäre Stimmung und dass man eigentlich immer bekannte Leute trifft», berichtet der Familienvater.

Das trifft auch auf Esco Ceranic zu, seit drei Jahren Mitglied der Betriebskommission. Er sagt, er würde mit seinen noch kleinen Kindern nie auf die Idee kommen, in den Ferien weite Flugreisen zu unternehmen. Sein Motto: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Wobei er sich schon seine Gedanken über das heutige Freizeitverhalten macht: «Früher genügte halt, ein Becken mit Wasser zu füllen und die Leute strömten in Scharen.» Heute müsse man mehr unternehmen. Und das tut das Team um Monika Dietsche und Bademeister Sacha Smonig auch – mit Spezialpreisen über Mittag an Werktagen, einer 2018 erneuerten Rutsche und einem mittwöchlichen Spielenachmittag, bei dem Kinder mit Schlauchboot und Gummiente im Schwimmbecken planschen können.

50 Jahre Regibad Zurzach – am Wochenende feierte das die gesamte Region. Badegäste, die schon seit einem halben Jahrhundert täglich kommen, waren ebenso unter den Gästen wie Hans Erne, der von 1969 bis 1997 der allererste Badmeister war. Und während am Freitagabend und den ganzen Sonntag die Gäste strömten, bewies der Samstag einmal mehr: Auch wenn das Wasser von oben kommt, gilt: Immer schön cool bleiben. Das Freibadgewerbe ist und bleibt eben Wettersache, heute wie vor 50 Jahren.

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