Endingen

Das sind die Kandidaten, die den Gemeinderat komplettieren wollen

Frank van Aartsen und Rebecca Spirig wollen beide in den Endinger Gemeinderat.

Rebecca Spirig und Frank van Aartsen kandidieren für den freien Sitz in der Endinger Exekutive.

Am 20. Oktober wählen die Endinger einen neuen Gemeinderat und Vizeammann, da Peter Keller zurücktritt. Keller war von 2006 bis 2013 als Gemeinderat in der Gemeinde Unterendingen tätig. Mit der Fusion der Gemeinden Endingen und Unterendingen wurde er als Vizeammann gewählt und hatte diese Funktion seit 2014 inne.

Um den frei werdenden Sitz duellieren sich zwei Kandidaten: Rebecca Spirig (parteilos) und Frank van Aartsen (parteilos). Spirig lässt sich auch als Vizeammann aufstellen, während van Aartsen als Gemeinderat kandidiert, nicht aber als Vize. Wird kein gewählter Gemeinderat aus dem bestehenden Gremium oder aus den beiden Kandidaten mit absolutem Mehr als Vizeammann gewählt, findet ein zweiter Wahlgang statt. Wer sind die Kandidaten und weshalb wollen sie in den Gemeinderat?

Rebecca Spirig: Die Neueinsteigerin mit Wikipedia-Eintrag

Rebecca Spirig dürfte die erste Kandidatin mit einem eigenen Wikipedia-Eintrag sein. «Das hat mit der Initiative für eine starke Pflege zu tun, die der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und -männer (SBK) 2017 einreichte», sagt die 62-jährige Pflegefachfrau dazu. Spirig wurde bei nationalrätlichen Anhörungen als Expertin beigezogen.

Der Berufsverband habe daraufhin den Eintrag veranlasst. Nicht nur bei diesen Anhörungen im Nationalrat, sondern auch als Pflegedirektorin des Unispitals Zürich habe sie immer wieder Berührungspunkte zur Politik gehabt. Sie gehört zwar keiner Partei an, ist aber Mitglied des Vereins Zurzibieter Frauen.

Seit diesem Jahr doziert die Professorin nur noch am Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel und präsidiert die Schweizerische Multiple-Sklerose-Gesellschaft. Jetzt habe sie mehr Zeit und Energie, sich vertieft im Gemeinderat einzusetzen, einem Gremium, das bisher aus vier Männern und nur einer Frau bestand. «Das Ressort Gesundheit, Soziales und Kultur würde mich natürlich besonders interessieren.»

Rebecca Spirig hat sich als Kandidatin für den Gemeinderat und als Vizeammann aufstellen lassen. «Auch als Neueinsteigerin traue ich mir das Amt zu.» Denn mit Ralf Werder habe die Gemeinde einen ausgezeichneten Ammann, den sie mit Freude unterstützen würde. «Endingen ist generell eine gut funktionierende und freundliche Gemeinde.»

Das sei auch einer der Gründe, wieso sie kandidiere, sagt Spirig. «Wir sind eines von wenigen Dörfern, das über vielfältige und gute Einkaufsmöglichkeiten verfügt. Zudem fallen mir immer wieder die wunderbaren Initiativen im Dorf auf.» Sie nennt das Beispiel der Weinstube im Winkel, die sich zur Dorfbeiz entwickelte, oder die beiden jungen Frauen, die sich mit Erfolg für den Erhalt des Waldspielplatzes einsetzten.

«Solches Engagement soll noch mehr gefördert werden», sagt Spirig, die in ihrer Freizeit im Kirchenchor singt und eine begeisterte Hobby-Näherin ist. «Zudem ist mir der Zusammenhalt des Familienclans sehr wichtig», ergänzt sie. Seit 17 Jahren wohnt sie mit ihrer Partnerin Daniela Büchi und deren hochbetagten Mutter unter einem Dach.

Frank van Aartsen: Von der Schulpflege in den Gemeinderat

Der 51-jährige Architekt Frank van Aartsen ist seit zwölf Jahren in der Ortsschulpflege Endingen, seit 2018 präsidiert er das Gremium. Die Erfahrung, die er aus diesem Amt mitbringe, sei einer der Gründe, wieso er sich als Gemeinderat eigne, sagt van Aartsen, der verwitwet ist und drei Kinder im Jugend- und Erwachsenenalter hat.

«Ich habe bereits Erfahrungen in der Behördentätigkeit, vor allem im schulischen Bereich.» Er bewirke gerne etwas für die Mitmenschen. Im Gemeinderat möchte er sich für das ganze Dorf engagieren. Van Aartsen lebt seit über 45 Jahren in Endingen, besuchte im Ort die Schule und sitzt im Vorstand des Kulturkreises Surbtal.

«Ich bin gut im Dorf eingebunden.» In der Freizeit taucht er in Seen und Flüssen, insbesondere bei archäologischen Stätten wie Pfahlbauten. Frank van Aartsen kandidiert für den Gemeinderat, nicht aber für das Vizeammann-Amt. «Dafür braucht man langjährige Erfahrung als Gemeinderat», ist er überzeugt.

Würde er gewählt, träte er aus der Schulpflege zurück. «In beiden Gremien zu sitzen, wäre nicht seriös. Der Arbeitsaufwand ist zu gross», ist er überzeugt. Zudem sei offen, ob die Schulpflegen im Aargau noch lange bestehen würden: Der Kanton möchte diese auf Ende 2021 abschaffen. Das Volk hat das letzte Wort.

Als Gemeinderat würde er sich stark dafür einsetzen, dass Endingen Oberstufenstandort bleibt. «Aufgrund der Schülerzahlen müssten sich Endingen und Lengnau keine Sorgen machen.» Bis Ende nächster Woche hat der Gemeindeverband Zurzibiet Regio Zeit, dem Regierungsrat einen Vorschlag zur Standortwahl zu unterbreiten.

Van Aartsen ist wichtig, dass die Ideen von Einwohnern oder Gruppierungen wahrgenommen werden. Endingen sei eine attraktive Wohngemeinde, habe eine gute Infrastruktur und einen guten Anschluss an den öffentlichen Verkehr. «Wir müssen das pflegen und dafür sorgen, dass die Gemeinde nicht stehen bleibt.»

Der Dorfkern müsse einladend sein. Er unterstützt deshalb auch das aufliegende Bauprojekt, das die Baulücke an der Marktgasse schliessen will. «Wir müssen das örtliche Gewerbe und die Gastronomie unterstützen.» Auch Wohnen im Alter gehört für ihn in die Kernzone. «So bleiben die älteren Menschen Teil unserer Gesellschaft.

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