Das «Baumhuus» mitten auf dem Schlossbergplatz war ein Riesenerfolg. Darüber sind sich OK-Präsident Franz Bertschi und der Bad Zurzacher Gemeindeammann Reto S. Fuchs einig. «Wir konnten an der Badenfahrt das Zurzibiet von seiner besten Seite präsentieren», sagt Bertschi. Mit der Bar im Erdgeschoss, dem Restaurant im ersten Stock und der Waldlounge zuoberst sei das «Baumhuus» zu einem Treffpunkt für Besucher aus verschiedenen Regionen geworden. Viele seien mehrmals vorbeigekommen und seien dafür bis zu 45 Minuten draussen angestanden. «Unser Einsatz hat sich definitiv gelohnt», sagt Bertschi stolz.

Das gesamte Angebot im imposanten, 50 Tonnen schweren Holzbau stammte aus dem Bezirk Zurzach. Sowohl die Musik von Pop, Rock, Alphornklängen bis zur Insieme-Band, als auch die Menüs vom «Voralpe Chäs-Streife» aus Endingen bis zur Zurzibieter Wildsau am Spiess. Um dieses spezielle Essen zu probieren, reiste eine Frau extra aus dem Zürcher Oberland an. Das an das weltbekannte Guggenheim-Museum in New York angelehnte Holzhaus war nicht nur beste Werbung für das Zurzibiet: «Wir konnten auch das Wir-Gefühl unter den Gemeinden stärken», sagt Bertschi. Er sei überrascht gewesen über die vielen engagierten Helfer aus der Bevölkerung und Politik.

Eines der Highlights sowohl für den Lengnauer Ammann als auch für seinen Amtskollegen Reto S. Fuchs war deshalb der erste Sonntag: Fast alle Ammänner aus dem Bezirk, die beiden Grossräte René Huber und Andreas Meier sowie die zurückgetretene Grossrätin Monika Stadelmann bedienten gemeinsam die Gäste. «Ich hoffe, dass wir dieses Wir-Gefühl in die Zukunft mitnehmen können», sagt Bertschi. Ein weiterer spezieller Moment war auch, als die am Bau beteiligten Zimmermänner ihren Firmenabend im «Baumhuus» hatten. Damit ihr Arbeitskollege, der im Rollstuhl sitzt, ihr Werk sehen konnte, trugen sie ihn gemeinsam die Treppen hinauf. Auch in die Lounge im obersten Stock, wo sie nach dem Essen den Abend genossen. «Das war ein sehr berührender Moment», sagt Fuchs.

Was den Umsatz betrifft, sind die beiden Ammänner zufrieden. Zwar sei die Schlussrechnung noch nicht gemacht. «Wir sind aber zuversichtlich, dass wir knapp rauskommen», so Fuchs. Auf einen kommerziellen Erfolg hätten sie es mit dem «Baumhuus» ohnehin nicht angelegt. «Wir legten mehr Wert auf eine stimmungsvolle Atmosphäre und gestalteten deshalb auch die Lounge luftiger.» Was das Essen und die Getränke angeht, bestellten sie die richtige Menge: Die letzte Wildsau wurde am vergangenen Sonntag um 21.30 Uhr verkauft. Die wenigen, übrig gebliebenen Würste erhielt das Badener Sozialwerk «Hope». Das Brot ging an den Tierpark in Bad Zurzach.

Was nun mit dem Viertelmillion teuren Bau geschieht, ist noch unklar. Fest steht, dass das «Baumhuus» nicht entsorgt, sondern eingelagert und wenn möglich verkauft wird. Interessenten hätten sich bereits gemeldet.